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Zeit zu handeln

Von Norbert Müller, erschienen in Clara, Ausgabe 43,

In Deutschland ist jedes fünfte Kind arm. Das ist keine neue oder überraschende Entwicklung. Die Bundesregierungen, egal welcher Farbkonstellation, haben bisher wenig bis nichts getan, um daran Grundsätzliches zu ändern. Für die Kinder allerdings bedeutet die Untätigkeit der Politik zunehmend eine schlechtere gesundheitliche Versorgung, geringere Bildungs- und Teilhabechancen, nicht selten lebenslange Armut.

Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Erstens müssen wir mehr Geld in die Familien geben. Denn Kinderarmut ist ursächlich verknüpft mit der Einkommensarmut der Eltern. Gleichzeitig werden Kinder für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zum Armutsrisiko. Darum braucht es eine deutliche Erhöhung des Kindergelds auf 328 Euro. Für diejenigen, bei denen eine Erhöhung des Kindergelds nicht ausreicht, braucht es Kinderregelsätze, die wirklich vor Armut schützen. Diese Leistungen müssen unbürokratisch und sanktionsfrei gewährt werden.

Zweitens brauchen wir eine Stärkung infrastruktureller Ansätze, um Kinderarmut langfristig zu bekämpfen. Das heißt, Bildung – dazu zählt für DIE LINKE auch die Kita – muss grundsätzlich kostenlos sein. Wir brauchen eine unentgeltliche Kita- und Schulverpflegung, den Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe sowie kulturelle und sportliche Angebote. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, es ist an der Zeit zu handeln.

Norbert Müller ist kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

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