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NS-Raubkunst – Eine Frage des Rechts oder moralische Pflicht?

Nachricht von Sigrid Hupach, Petra Pau,

Petra Pau, Wolfgang Dreßen, Stefen Koldehoff, Julius Schoeps, Sigrid Hupach, Imke Ellieson-Kliefoth
 

Die Fraktion DIE LINKE und die Rosa Luxemburg Stiftung hatten am Donnerstag, den 3. Juli 2014, zur öffentlichen Podiumsdiskussion "NS-Raubkunst – Eine Frage des Rechts oder moralische Pflicht?" eingeladen. Der Fraktion DIE LINKE war es wichtig, einem Thema von so großem öffentlichen Interesse auch im Kontext des Bundestages ein Forum zu geben. Sigrid Hupach, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion und Gastgeberin dieser Veranstaltung, und Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, nahmen aus dieser gut besuchten und lebhaften Debatte viele wichtige Anstöße für ihre weitere parlamentarische Arbeit mit.

Julius Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, zeigte sich erfreut: "Jetzt ist etwas in Bewegung – wenn auch langsam. Im Moment scheitert alles an rechtlichen Fragen. Es ist notwendig, dass wir zu einem Restitutionsgesetz kommen. In Österreich ging es ja auch. Wenn der Wille da ist, dann geht das auch in Deutschland."

Kritischer sah dies der Historiker Wolfgang Dreßen: "Nachforschungen werden nicht gewollt. Denn die würden zeigen, dass es um eine breite gesellschaftliche Aneignung geht. Da müsste man sich unangenehmen Fragen zur Geschichte der Bundesrepublik stellen."

Stefan Koldehoff, der Autor des Buches "Die Bilder sind unter uns", wandte ein: "Wir werden Cornelius Gurlitt irgendwann dankbar sein, denn durch diesen Fall wurde bewusst, dass es das Thema gibt." Er gab aber auch zu bedenken: "In Deutschland stellen die Museen Restitutionsforscher an, die dann ihren Arbeitgeber erforschen sollen. Wie kritisch können diese Forscher dann sein, wenn der eigene Arbeitsplatz daran hängt? Das ist kein gutes Grundkonstrukt. Auch die Limbach-Kommission arbeitet völlig intransparent. Das muss sich ändern. Denn Unabhängigkeit und Transparenz sind notwendige Voraussetzungen."

linksfraktion.de, 4. Juli 2014

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