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Filmförderungssystem muss unter die Lupe genommen und evaluiert werden

Pressemitteilung von Harald Petzold,

Anlässlich der geplanten Novelle des Filmförderungsgesetzes und der heutigen Vorstellung der Broschüre „Innovation statt Kommerz – für eine Neuausrichtung des Filmförderungsgesetzes“ der Fraktion DIE LINKE im Bundestag gemeinsam mit der Fraktion DIE LINKE im Landtag Brandenburg erklärt Harald Petzold, medienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:

 

„Die Novelle des Filmförderungsgesetzes kann nur ein erster Schritt sein. Das gesamte komplexe Filmförderungssystem muss unter die Lupe genommen und evaluiert werden. Die Produktions-, Verbreitungs- und Verwertungsbedingungen sowie die internationale und nationale Konkurrenzsituation haben sich in den letzten Jahren wesentlich geändert. Darauf müssen Bund und Länder reagieren, wenn sie die deutsche Filmförderung zukunftsfest machen wollen. Bei einer Evaluierung der gesamten deutschen Filmförderung sollte aber auch auf die einzelnen Filmfördereinrichtungen geachtet werden."

"Auch wenn der deutsche Film im letzten Jahr mehr Tickets als bisher verkauft hat, ist dies noch keine Erfolgsgeschichte. Schließlich hat die Zahl der Kinofilme, die 100.000 bis 500.000 Zuschauer erreichen, abgenommen. Die deutsche Filmindustrie wird nicht dauerhaft gestärkt, indem innerhalb eines internationalen Subventionswettlaufs immer neue Förderprogramme für internationale Majors aufgelegt werden. Dies verschafft Medienstandorten wie Potsdam-Babelsberg nur kurzzeitig Aufträge und Luft zum Atmen.
Seit Jahren ist zudem festzustellen, dass nur ein geringer Teil der Filme von Frauen gemacht wird und dass genau diese Filme nicht so hoch gefördert werden. Hier wären die Einführung des schwedischen Modells mit einer Zielvorgabe zur gendergerechten Filmförderung und Maßnahmen, die den Frauenanteil an geförderten Filmen erhöhen, die richtigen Schritte.“

Zudem erklärt der Fraktionsvorsitzende der Brandenburger Landtagsfraktion Ralf Christoffers: „Es geht nicht nur darum, Firmen zur Produktion nach Deutschland zu holen. Wir brauchen auch mehr einheimische Produzenten, die dauerhaft den internationalen Markt bedienen und auch preiswürdige Filme machen können.“

Zudem erklärt der medienpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag Brandenburg, Volkmar Schöneburg: „Es sollte kein Filmprojekt bewilligt werden, bei dem nicht auf Basis der Tariflöhne bzw. des Mindestlohns kalkuliert wurde. Produktionsfirmen, die nachweislich unter Tarif- bzw. Mindestlohn zahlen, sollten für drei Jahre von der Förderung ausgeschlossen werden.“