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Managergehälter

Themenpapiere der Fraktion

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den langjährigen Trend steigender Managergehälter nicht gestoppt. Lediglich im Jahr 2008 mussten die Vorstände der 30 Unternehmen, die im Aktienindex DAX gelistet sind, Einkommenseinbußen hinnehmen. Seitdem wachsen ihre Vergütungen wieder ungebremst. So nahmen die Gesamtbezüge der Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2010 um 23 Prozent und im Jahr 2011 um 12,5 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr zu. Für die normalen Vorstandsmitglieder betrugen die entsprechenden Zuwachsraten 24 beziehungsweise 13,1 Prozent. Im Durchschnitt der DAX-30-Unternehmen verdiente im Jahr 2011 ein Vorstandsvorsitzender 5,9 Millionen Euro und ein Vorstandsmitglied 3,2 Millionen Euro. Absoluter Top-Verdiener war VW-Chef Martin Winterkorn mit 18,3 Millionen Euro. Das sind über 50.000 Euro pro Tag. Bei der nicht privilegierten Bevölkerung, der eine Gürtel-enger-schnallen-Politik aufgenötigt wird, stoßen diese Gehaltssummen auf Unverständnis, Kritik und Wut.

Die Fraktion DIE LINKE ist die einzige Fraktion, die diese überzogenen Managergehälter nicht akzeptiert. Sie sind ungerecht, setzen falsche Anreize für die Führung von Unternehmen und sind Ausdruck eines ausufernden Kasino-Kapitalismus. Selbst das Aktiengesetz verlangt, dass „die Gesamtbezüge in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden und zur Lage der Gesellschaft stehen“. Angesichts einer zunehmenden Spaltung der Bevölkerung in Arm und Reich kann von einem angemessenen Verhältnis keine Rede sein. Das Ziel der Fraktion DIE LINKE ist daher, dass Vorstandsmitglieder nicht mehr als das Zwanzigfache des durchschnittlich gezahlten Gehalts im jeweiligen Unternehmen erhalten.

Die Vorschläge der Fraktion DIE LINKE lauten:

■ Beschränkung der steuerlichen Abzugsfähigkeit. Managervergütungen sollen maximal nur bis zum Zwanzigfachen des unteren Facharbeiterlohns der Branche als Betriebsausgaben vom zu versteuernden Gewinn abzuziehen sein. Überschreitet das Managergehalt diese Grenze, unterliegt es nicht nur beim Manager selbst, sondern auch beim auszahlenden Unternehmen der vollen Besteuerung.

■ Vorbildwirkung der öffentlichen Hand. Die Unternehmen in öffentlicher Hand, wie beispielsweise die Deutsche Bahn, müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Bundesregierung sollte bei allen Unternehmen, die sie beeinflussen kann, die geforderte Begrenzung einführen.

■ Verbot von Aktienoptionen. Die Entlohnung der Unternehmensvorstände mit Aktienoptionen des eigenen Unternehmens muss strikt untersagt werden.

■ Deutlich stärkere Besteuerung von hohen Einkommen und großen Vermögen. Das bedeutet im Einzelnen: Reichensteuer mit einem Steuersatz in Höhe von 75 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von einer Million Euro; Besteuerung der Kapitalerträge (z.B. Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne) zum persönlichen Steuersatz statt pauschal mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent; Vermögensteuer als Millionärsteuer wieder einführen (Privatvermögen ab einer Million Euro mit fünf Prozent besteuern).

 

 

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