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Alterssicherung von Frauen

Themenpapiere der Fraktion

Altersarmut in der Bundesrepublik ist überwiegend weiblich. Frauen haben deutlich niedrigere Renten als Männer. 2014 lag die Rente von Frauen in Westdeutschland im Schnitt mit  537 Euro monatlich nur knapp halb so hoch. Auch bei den Frauen im Osten besteht ein deutlicher Abstand, obwohl sie aufgrund einer höheren Erwerbsbeteiligung und geringeren Unterbrechungen deutlich bessere Rentenansprüche aufbauen konnten. In Ostdeutschland ist seit der Wende die Frauenarbeitslosigkeit jedoch stark angestiegen, weshalb die Altersarmut absehbar zunehmen wird. In Westdeutschland werden die durch die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen erreichten Zuwächse durch das Absinken des Rentenniveaus weitgehend wieder zu Nichte gemacht. Daran wird auch die sogenannte „Mütterrente“ nicht viel ändern. Auch wenn hier die Zahlbeträge mit jedem Rentenzugang etwas steigen, sind sie noch weit entfernt davon, Frauen im Alter eine eigenständige armutsfeste Alterssicherung gewährleisten zu können.

Die Hauptursachen für die niedrigen Renten von Frauen sind niedrige Löhne und Unterbrechungen der Erwerbsbiografie wegen Kindererziehung und Pflege. An der ungleichen Bezahlung zwischen Männer und Frauen ändert auch der seit Anfang 2015 geltende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro nichts. Er ist einfach zu niedrig, um Frauen im Alter vor Armut zu schützen. Frauen haben im Westen im Schnitt nur 28 Versicherungsjahre vorzuweisen, verglichen mit etwa 44 Jahren bei den Männern. Frauen sind also weit entfernt von den in der Rentenpolitik idealtypisch unterstellten 45 Jahren. Von den von den Unionsparteien und der SPD in die Diskussion gebrachten Vorschlägen für die Aufstockung niedriger Renten würden die meisten von ihnen nichts haben, da sie die hohen Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllen.

Statt solcher Placebos brauchen Frauen eine Politik, die es ihnen ermöglicht eine eigenständige auskömmliche Alterssicherung aufzubauen und die ihnen auch im Fall, dass dies nicht gelingt, im Alter ein Leben in Würde und frei von Armut garantiert. Dafür steht DIE LINKE.

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich ein:

  • für eine wirkliche Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben: Um Frauen die Teilhabe an Erwerbsarbeit zu ermöglichen, müssen die gebührenfreie Ganztagsbetreuung für Kinder flächendeckend ausgebaut und die Arbeitswelt familienfreundlich umgestaltet werden.
  • für die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die Herstellung von Entgeltgleichheit.
  • für gute Arbeit und einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von mindestens 10 Euro die Stunde. Denn Gute Arbeit und gute Löhne führen auch zu guten Renten.
  • Die Fraktion DIE LINKE will geringfügige Beschäftigung in reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse überführen. Dies würde besonders Frauen helfen, da sie besonders häufig in solchen Minijobs arbeiten.
  • Die Fraktion DIE LINKE kämpft für eine Lebensstandard sichernde und armutsfeste Rente:
  • Das Rentenniveau muss wieder steigen, damit die Rente den Lebensstandard im Alter sichern und langjährig Versicherten Renten deutlich oberhalb des Grundsicherungsniveaus bieten kann.
  • Der Solidarausgleich in der gesetzlichen Rentenversicherung wollen wir stärken:
  • Auch für vor dem 1. Januar 1992 geborene Kinder sollen der Mutter (oder dem Vater) für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes pro Jahr Erziehungszeiten in Höhe des Durchschnittseinkommens aller Versicherten gutgeschrieben werden, in gleicher Höhe für Ost und West.
  • Damit Zeiten des Niedriglohns nicht zu Armutsrenten führen, brauchen wir eine höhere Bewertung niedriger Einkommen. Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Ausbildung und Pflege von Angehörigen sollen ebenfalls besser berücksichtigt werden.
  • Damit jede/r im Alter in Würde leben kann, will DIE LINKE eine steuerfinanzierte, einkommens- und vermögensgeprüfte Solidarische Mindestrente von 1.050 Euro netto einführen.

 

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