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Alterssicherung von Frauen

Themenpapiere der Fraktion

Altersarmut in der Bundesrepublik ist überwiegend weiblich.

Jeder siebte Mann und jede fünfte Frau ab 65 Jahren galten nach der offiziellen EU-Statistik 2015 als arm. In absoluten Zahlen: 1,1 Millionen Männer und 1,6 Millionen Frauen. Diese 2,7 Millionen Menschen eint, dass sie von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens leben müssen, das für Alleinlebende mit 1033 Euro im Monat angegeben wird.

Frauen haben deutlich niedrigere Renten als Männer. Betrachtet man nur die Altersrenten, so bekamen im Jahr 2015 Frauen im Durchschnitt eine Monatsrente in Höhe von 634 Euro netto (Männer: 1056 Euro). Gut ein Drittel der zwölf Millionen Rentnerinnen bezieht neben der eigenen Rente noch eine Witwenrente. Nimmt man die Witwenrenten dazu, so lagen die durchschnittlichen Altersrenten von Frauen bei 815 Euro netto (Männer 1024 Euro).

Auch bei den Frauen im Osten besteht ein deutlicher Abstand, obwohl sie aufgrund einer höheren Erwerbsbeteiligung und geringeren Unterbrechungen deutlich bessere Rentenansprüche aufbauen konnten. In Ostdeutschland ist seit der Wende die Frauenarbeitslosigkeit jedoch stark angestiegen, weshalb die Altersarmut absehbar zunehmen wird. In Westdeutschland werden die durch die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen erreichten Zuwächse durch das Absinken des Rentenniveaus weitgehend wieder zunichte gemacht. Daran wird auch die sogenannte „Mütterrente“ nicht viel ändern. Auch wenn hier die Zahlbeträge mit jedem Rentenzugang etwas steigen, sind sie noch weit entfernt davon, Frauen im Alter eine eigenständige armutsfeste Alterssicherung gewährleisten zu können.

Die Hauptursachen für die niedrigen Renten von Frauen sind niedrige Löhne und Unterbrechungen der Erwerbsbiografie wegen Kindererziehung und Pflege. An der ungleichen Bezahlung zwischen Männern und Frauen ändert auch der seit Anfang 2015 geltende gesetzliche Mindestlohn von heute 8,84 Euro nicht viel. Er ist einfach zu niedrig, um Frauen im Alter vor Armut zu schützen. Neurentnerinnen haben im Westen im Schnitt nur 32 Versicherungsjahre vorzuweisen, verglichen mit etwa 41 Jahren bei den Männern. Frauen sind also weit entfernt von den in der Rentenpolitik idealtypisch unterstellten 45 Jahren. Die von der SPD in die Diskussion gebrachten Vorschläge für die Aufstockung niedriger Renten würde für die meisten von ihnen nichts bringen, da sie die hohen Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllen.

Hinzu kommt die Rentenbenachteiligung der in der DDR geschiedenen Frauen (Antrag, PDF).

Statt Placebos brauchen Frauen eine Politik, die es ihnen ermöglicht eine eigenständige auskömmliche Alterssicherung aufzubauen und die ihnen auch im Fall, dass dies nicht gelingt, im Alter ein Leben in Würde und frei von Armut garantiert. Dafür steht DIE LINKE.

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich ein:

  • für eine wirkliche Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben: Um Frauen die Teilhabe an Erwerbsarbeit zu ermöglichen, müssen die gebührenfreie Ganztagsbetreuung für Kinder flächendeckend ausgebaut und die Arbeitswelt familienfreundlich umgestaltet werden.
  • für die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die Herstellung von Entgeltgleichheit.
  • für gute Arbeit und einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von mindestens 12 Euro die Stunde, denn gute Löhne sind noch immer Grundstein für gute Renten.
  • Die Fraktion DIE LINKE will geringfügige Beschäftigung in reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse überführen. Dies würde besonders Frauen helfen, da sie besonders häufig in solchen Minijobs arbeiten.
  • Das Rentenniveau muss wieder steigen, damit die Rente den Lebensstandard im Alter sichern kann.
  • für jedes Jahr Kindererziehung egal ob in Ost oder West, egal, ob vor oder nach 1992, müssen 93 Euro Rente pro Monat gutgeschrieben werden.
  • Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Ausbildung und Pflege von Angehörigen sollen ebenfalls besser berücksichtigt werden.
  • Zeiten mit niedrigen Löhnen müssen in der Rente aufgewertet werden, um Altersarmut zu verhindern
  • Damit jede und jeder im Alter in Würde leben kann, will DIE LINKE eine steuerfinanzierte, einkommens- und vermögensgeprüfte Solidarische Mindestrente von 1.050 Euro netto einführen.

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