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Wie in Bochum, so in Davos: Heuchelei und Shareholder-Value-Geschäfte

Pressemitteilung von Ulla Lötzer,

"Statt auf die heuchlerischen Gutmensch-Inszenierungen der Konzernchefs in Davos zu hören, braucht die Wirtschaftspolitik dringend ein Umsteuern zugunsten einer Stärkung der Binnennachfrage und verbindlicher Konzernregeln", erklärt Ulla Lötzer, Sprecherin für internationale Wirtschaftspolitik der Fraktion DIE LINKE:

"Was Konzernchefs und Politiker derzeit beim Weltwirtschaftsforum in Davos aufführen, haben wir zuletzt ganz ähnlich im Fall Nokia erlebt: Einerseits wird in Festreden die unternehmerische Sozialverantwortung hochgehalten, mit Bill Gates das segensreiche Potenzial des ‚kreativen Kapitalismus’ beschworen und in PR-Beiträgen über Aids-Bekämpfung und Millenium Development Goals gefaselt. Andererseits werden hinter den Kulissen harte Geschäfte entsprechend der Shareholder-Value-Philosophie gemacht, massenhaft Menschen entlassen und ganze Regionen und Volkswirtschaften in die Krise geführt.

Kein Wunder, dass somit auch die politischen Empfehlungen aus Davos nichts taugen: Den Finanzinvestoren sollen wir noch mehr Vertrauen schenken, Konzernen in Public-Private-Partnerships mehr Einfluss und Gewinne verschaffen sowie auf freiwilliges Engagement der Wirtschaft zur Abwehr sozialer und ökologischer Krisen setzen. Das genaue Gegenteil ist richtig, gerade auch um die jetzt drohende Wirtschaftskrise abzuwenden. Wir brauchen einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel, mit dem Finanzinvestoren wirksam kontrolliert, die Binnennachfrage angekurbelt, öffentliches Eigentum vor privatem Einfluss geschützt und transnationalen Konzernen endlich verbindliche soziale und ökologische Pflichten vorgeschrieben werden."

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