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Zukunft der Kleingärten wird großes Thema

Im Wortlaut von Jan Korte,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Jan Korte (3.v.r.) überreicht einen Spendenscheck über 100 Euro an den den Kleingartenverein »Licht und Sonne« für die Feier zum hundertjährigen Vereinsjubiläum

 

Ein bisschen ist es wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier", als ich am 26. Juli meine Sommertour erneut dazu nutze, bei einem Kleingartenverein im Wahlkreis vorbeizuschauen. Spontan fallen mir mindestens fünf Termine dieser Art aus den letzten Jahren ein. Gut möglich, dass es noch einige mehr werden, denn es tut sich was im ostdeutschen Kleingarten.

Aber zunächst ein Blick zurück. Während der letzten Sommertour fand folgender Beitrag seinen Weg auf meine Homepage: "Wie überall im Wahlkreis haben auch die Gartenfreunde in Neundorf Probleme mit Mitgliederschwund, Leerstand und Rückbau der Gartensparten. Der Frage der Umnutzung brachliegender Kleingärten versprach Jan Korte nachzugehen." Neundorf ist ein Ortsteil von Staßfurt und genau hier, in der alten Salzstadt an der Bode bin ich auch an diesem Dienstag unterwegs. Und während heute ein Besuch bei den Kleingärtnern vom "Licht und Sonne e.V." auf dem Programm steht, kann ich zufrieden feststellen, dass ich das Versprechen vom letzten Jahr einlösen konnte.

Was die Neundorfer mir mit auf dem Weg gaben, mündete, wenn auch über den ein oder anderen Umweg, in eine kleine Anfrage an die Bundesregierung, deren Antwort pünktlich zum Beginn der Sommertour vorlag und die ich heute beim ältesten Gartenverein der Stadt natürlich auch dabei habe. Eine große Überraschung ist sie gerade für Kleingartenfreunde aus dem Osten nicht. Die Bundesregierung sieht den "wachsenden Leerstand von Kleingartenanlagen mit Sorge" heißt es zwar in der Antwort. "Spezielle Förderprogramme für den Rückbau ungenutzter Kleingärten stellt die Bundesregierung nicht zur Verfügung" heißt es aber an anderer Stelle. Ein kleiner Erfolg ist dann aber doch zu erkennen: Im Juni hat das Bauministerium ein Forschungsvorhaben zur "Bewältigung der Leerstandproblematik in strukturschwachen Regionen" in Auftrag gegeben, heißt es in der Antwort. Handlungsempfehlungen sollen daraus abgeleitet werden. Bleibt zu hoffen, dass diese zweckmäßig und mit entsprechenden Mitteln versehen sind.

"Ich könnte denen auch ohne Forschung sagen, was zu tun ist", meint Wolfgang Just, Vorsitzender von "Licht und Sonne" bei meinem Besuch. Der Vereinschef ist seit Jahrzehnten als Kleingärtner aktiv und kennt die Probleme der letzten 20 Jahre nur zu gut. "Aber ich will nicht meckern", sagt er. Und tatsächlich: Sein eigener Verein steht sehr gut da und hat über 90 Prozent der Parzellen verpachtet. Natürlich ist aber auch ihm klar, dass der demographische Wandel früher oder später auch in seiner Gartensparte für Probleme sorgen wird, und dann sind gute Lösungen gefragt.

Der ursprüngliche Grund für meinem Besuch am heutigen Tage ist übrigens ein sehr freudiger: Der hundertste Geburtstag des Vereins wurde in diesem Jahr begangen, und die Feierlichkeiten, zusammen mit dem gesamten Regionalverband der Kleingärtner, stehen kurz bevor. Das große Jubiläum unterstütze ich natürlich mit einer Spende. Nur einen Tag nach meinem Besuch wird der Kleingartenproblematik viel Platz in der Mitteldeutschen Zeitung eingeräumt. Die Redaktion hat die Kleine Anfrage landesweit zum großen Thema gemacht und auch der Präsident des Landesverbandes fordert die Bundesregierung auf, "sich ernsthaft Gedanken zu machen". Keine Frage: Das Thema bleibt aktuell und ich werde noch mit vielen Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern darüber reden. Spätesten bei einem der nächsten Besuche im Wahlkreis.

Von Jan Korte

linksfraktion.de, 27. Juli 2011

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