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»Stimmung für den Sport«

Im Wortlaut von Katrin Kunert,

Von Katrin Kunert, sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag





Wenn es morgen in Spanien um den Handball- WM- Titel geht, werden unsere Nationalspieler das Spiel zu Hause verfolgen. Sie waren im Viertelfinale gegen Spanien nach tollem Spiel ausgeschieden. Und während die Handballvereine in Deutschland eine Zunahme von Anmeldungen verzeichnen, werden auch die Spanier vom Handballfieber gepackt. In der Öffentlichkeit wird offen mit dem Problem der Unter-Finanzierung des Sportes umgegangen. Man verspricht sich durch die Begeisterung für die Handball-WM, dass Sponsoring für den Sport erst einmal wieder in Gang kommt. Und dass dabei der Breitensport wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Spanien ist eines der Sorgenkinder im Euroraum, klar, dass da der Sport neben Bildung oder Ausbildung auf der Strecke bleibt.

Dennoch wollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Sport treiben, sie haben trotz Finanzkrise noch Lebensfreude. So begrüße ich die Bestrebungen in Spanien, durch die WM mit ihrer einzigartigen Stimmung für den Sport zu werben!

Auch  in Deutschland spüren wir die Finanzkrise, nur brechen nicht gleich ganze Vereinsstrukturen weg. Zum einen übernehmen ehrenamtlich Tätige immer mehr Aufgaben. Zum anderen haben wir in Deutschland eine Förder- und Sponsoringstruktur durch die Sparkassen und Volksbanken, die sich ganz nah an den Aufgaben vor Ort orientiert.

In meinem Wahlkreis wird derzeit ein internationaler Mehrkampf im Seniorenbereich vorbereitet. Die Sparkasse wird einen erheblichen Anteil finanzieren. Im Investitionsbereich ist es die Sparkasse, die jährlich verlässlich unterstützt und somit die Sportstätten erhalten werden.

Dies muss an dieser Stelle auch mal deutlich gesagt werden, es gibt zwar gravierende Unterschiede und Ungerechtigkeiten bei der Verteilung von Geld und Vermögen, aber das Leben geht weiter und gibt auch immer einen Weg. Und: Die Menschen im Land haben Freude am Sport, egal ob aktiv oder als Zuschauer.

In der Fußball- Bundesliga ist die Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro geknackt worden. Während in Bayern beim FC 373 Millionen Euro zur Verfügung stehen und der moderne Menschenhandel (Spielereinkäufe) boomt, gibt es keinen ostdeutschen Verein in der ersten Bundesliga.

Die Handballer hingegen liegen im bundesweiten Verdienstdurchschnitt, die meisten Handballerinnen aus Deutschland gehen ins Ausland, um Geld zu verdienen.

Manche Handballmannschaft kann trotz hervorragender Leistungen nicht in die nächst höhere Klasse aufsteigen, weil das nötige Geld fehlt. Dennoch wird der Sport weiter betrieben.

Die Bestrebungen in Spanien zielen auf Solidarität, damit Sport im allgemeinen und Handball im speziellen wieder stattfinden kann. Auch wenn wir gegen die Spanier im WM- Turnier verloren haben, wünsche ich ihnen den Titel. Den Titel als Ansporn für die finanzielle Unterstützung des Sports in Spanien!

linksfraktion.de, 26. Januar 2013

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