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Menschenrechte sind auch im Sport nicht verhandelbar

Pressemitteilung von André Hahn,

„Ich bin für Dialog statt Boykott“, erklärt André Hahn, sportpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar am 20. November 2022. André Hahn weiter:

„Die Menschenrechte müssen in allen Bereichen internationaler Zusammenarbeit eine zentrale Rolle spielen, auch beim Sport. Das war bei der Vergabe der Fußball-WM für 2022 durch die FIFA leider nicht der Fall, und Deutschland, vertreten durch Franz Beckenbauer, leistete hier offenbar Schützenhilfe für den Bewerber Katar.

Erst nach dieser aus meiner Sicht eindeutig falschen Entscheidung rückten vor allem durch Druck von Fußball-Fans und Nichtregierungsorganisationen die massiven Menschenrechtsverletzungen in Katar in das öffentliche Bewusstsein und zwangen das Emirat zu Veränderungen, vor allem hinsichtlich der Arbeitsbedingungen für die Arbeitsmigranten. Es gab zwar einige positive Entwicklungen in Katar, andererseits wurden viele Zusagen bis heute nicht oder nur ungenügend eingehalten, und offen ist, inwieweit auch nach der Weltmeisterschaft der Prozess hin zur Gewährleistung der Menschenrechte fortgesetzt werden wird.

Ich habe deshalb großes Verständnis für die zahlreichen Aufrufe zum sportlichen oder auch politischen Boykott der WM in Katar - sei es durch unsere Nationalmannschaft, den Verzicht auf Reisen von Regierungsvertretern oder die Nichtteilnahme als Zuschauer vor Ort wie auch beim Public Viewing am Fernseher daheim - schließe mich diesen Aufrufen aber nicht an. Nach wie vor vorhandene Menschenrechtsdefizite sollten und müssen im Ausrichterland offen angesprochen werden. Sowohl durch Vertreter der Fußballverbände wie auch der Politik. 

Auch wenn die sonst übliche Vorfreude auf das Fußballturnier diesmal deutlich getrübt ist, werde ich die WM verfolgen und drücke dem deutschen Team die Daumen, auch wenn ich es nicht in der Favoritenrolle sehe.

Generell erwarte ich von der Bundesregierung, dass die Einhaltung der Menschenrechte als ein nicht verhandelbares Kriterium für den Sport ebenso gelten muss wie auch für Wirtschaft, Handel und andere Formen internationaler Zusammenarbeit.“

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