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Schluss mit Tarifflucht!

Nachricht von Pascal Meiser,

Deutschland ist Exportweltmeister – auch dank des riesigen Niedriglohnsektors und einer immer weiter erodierenden Tariflandschaft. Inzwischen ist nur noch jeder zweite Beschäftigte von einem Tarifvertrag geschützt. Die Dumpingkonkurrenz sorgt nicht nur hierzulande für Erwerbsarmut und setzt Beschäftigte wie Unternehmen unter Druck, sondern sorgt auch international für Ungleichgewicht, Jobverluste und Wirtschaftskrisen.

Und diese Tarifflucht hat Methode. Trotz hoher Gewinne stellen sich Unternehmen bei Tarifverhandlungen quer, viele verlassen ganz die Tarifbindung. Zu beobachten ist das aktuell in den rheinland-pfälzischen Standorten des Metallverarbeiters RIVA-HES. Dort streiken die Beschäftigten bereits seit 14 Wochen für eine Übernahme des Branchentarifvertrags – bislang ohne Erfolg. Damit ist der Streik der Stahlmatten- und Stahlrohrhersteller schon jetzt der längste in der Geschichte Rheinland-Pfalzs und auch einer der längsten in der Geschichte der Bundesrepublik überhaupt.

20 Prozent weniger Einkommen als ihre Kollegen an anderen Standorten bekommen die Beschäftigten in Trier und Horath, obwohl der Mutterkonzern hochprofitabel ist. »Wenn ein hochprofitabler Konzern wie RIVA mit einem solchen Lohndumping durchkommt, werden ihm noch viele andere folgen«, befürchtet Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, der die Streikenden heute vor Ort besuchte und sie bei ihrem Arbeitskampf unterstützt. Er stellt klar: »Es braucht endlich wirksame Reformen, um die Tarifbindung insgesamt wieder deutlich zu erhöhen. Die Tarifflucht durch Unternehmen wie Riva-Stahl sind inakzeptabel. Das Unternehmen muss umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren.«

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