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Nach Elternzeit: H&M will junge Mütter auf die Straße setzen

Im Wortlaut von Pascal Meiser,

Von Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag


Mitten in der Pandemie hat der schwedische Modehändler H&M angekündigt, in den kommenden Monaten allein in Deutschland rund 800 Stellen zu streichen. Ganz ungeniert wird mit Entlassungen gedroht, wenn nicht genügend Beschäftigte „freiwillig“ gehen.

Mit den Corona-bedingten Schließungen im Einzelhandel hat das Agieren der Unternehmensleitung nicht viel zu tun. Denn dank des Kurzarbeitergeldes wird auch H&M in dieser Krise von den Personalkosten entlastet. Worum es eigentlich geht, ist die Umstrukturierung des Unternehmens auf dem Rücken der Beschäftigten in einer Zeit, in der diese sich nur schwer wehren können.

Besonders perfide dabei: Der Plan sieht vor, dass vor allem junge Mütter in Elternzeit prompt nach ihrer Rückkehr ihren Job verlieren sollen. Aus dem einfachen Grund, weil sie mit Blick auf ihre Kinder häufig nicht an Abenden und Samstagen arbeiten können. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener Frauen, die bei H&M trotz Schwangerschaft und Infektionsgefahr den Laden am Laufen gehalten haben.

Dass ein großes und rentables Unternehmen wie H&M so mit seinen Beschäftigten und gar mit jungen Müttern umgeht, ist skandalös. Über den tatsächlichen Stand der oft geforderten Vereinbarkeit von Familie und Beruf sagt das leider nichts Gutes aus.

Ich fordere die Geschäftsleitung auf, ihre Pläne umgehend zurückzunehmen und auf Augenhöhe mit dem Gesamtbetriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft ver.di über die Entwicklung von H&M zu verhandeln. Dazu gehört auch, durch entsprechende Arbeitsplanung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen und sich öffentlich bei den Frauen zu entschuldigen, die man jetzt so rabiat vor die Tür setzen will.

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