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Aus für die Weltmeisterinnen in der 107. Minute

Im Wortlaut von Diether Dehm,

Viertelfinale Deutschland - Japan 0 : 1

Diether Dehm: "Die erste Stunde war klar geprägt von der Verletzung Kim Kuligs. Die mexikanische Schiedsrichterin stand zwar anmutig dabei, hätte aber eine gelbe Karte geben können, so, wie sie auch später zu sparsam pfiff. Danach gab es ein Anrennen, das im Strafraum nur hektisches Gekicke wurde, denn eine Vollstreckerin war nicht mehr in Sicht. Kraftpaket Behringer war die mit dem meisten Druck, der aber nach 40 Minuten abfiel. DamBabi gefiel, wie anfänglich Grings, vor dem Strafraum mannschaftsdienlich, aber drinnen stolperte sie stets 30 Zentimeter am Druckpunkt vorbei. 
Die Japanerinnen zeigten in der zweiten Halbzeit spritzig und kämpferisch, warum sie auf Weltplatz vier rangieren und straften das überhebliche Breitmaulquaken der Bild-Zeitung Lügen. Nur dank der Übersicht Nadine Angerers im Gehäuse kamen sie nicht zum Zug.
Mit der Einwechslung von Gössling (nein, leider nicht Prinz, bei der vielleicht hier der Knoten geplatzt wäre) sollte sich das Blatt wenden, aber bloß die ungenauen Pässe nahmen zu, während die drahtigen Japanerinnen, mit einer grandiosen Torfrau, hinten die Räume eng machten und vorne immer bedrohlicher wurden, wenn auch ohne die echte Chance. Die spielstärkeren Deutschen wurden dabei hypernervös, besonders beim Torabschluss, säbelten ein ums andere Mal übers Aluminium. Und so ging es in die Verlängerung mit verschenkten Flanken und Kontern. In der 107. Minute hatten die Japanerinnen ihre einzige echte Chance. Und die wurde zum Torwartfehler - und die war es dann! Obwohl ich beim Fussball zumeist für die Deutschen bin, gönne ich es den Japanerinnen. Mit Fukushima waren sie gebeutelt und hatten auch einen Trainingsort verloren."

Themenseite zur Frauenfußballweltmeisterschaft 2001 mit Spielkommentaren


linksfraktion.de, 9. Juli 2011

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