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Auf der Flensburger Werft wird es eng für SPD und Grüne!

Im Wortlaut von Cornelia Möhring,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.


Bei der Werftbesichtigung: Cornelia Möhring (m.)
 

Heute führte mich meine Sommertour nach Flensburg und als Erstes stand ein Besuch beim Betriebsrat der Werft (FSG) auf dem Plan. Für meinen Kollegen Heinz Werner Jezewski aus der Landtagsfraktion, für mich und die LINKE entpuppte es sich als echtes Heimspiel.   Während wir sofort in eine Diskussion mit den Betriebsräten starten konnten und eine spannende Werftbesichtigung erlebten, werden die MdB von SPD und Grünen bei ihrem Besuch erst mal in den "doppelten Boden" müssen.  Das bedeutet, unter Deck ordentlich zu schwitzen – da wird es wohl eng werden für einige! Doch wer dem Rentenklau und der verlängerten Lebensarbeitszeit durch die Rente erst ab 67 zustimmt, braucht das. Der hat anscheinend keinerlei Vorstellung von den Arbeitsbelastungen, die eine Tätigkeit auf einer Werft mit sich bringt, so die Kollegen.
  Gegen die Rente erst ab 67 führte die Belegschaft übrigens für mehrere Stunden einen politischen Streik durch. Der Organisationsgrad (IGM) beträgt 100 Prozent bei den gewerblichen Mitarbeitern und immerhin über 50 Prozent in der Verwaltung. Für mich war es sehr beeindruckend, wie diese Stärke vom Betriebsrat und den Beschäftigten auch praktisch gelebt wird. Durch Arbeitsniederlegungen oder auch in der ganz praktischen Solidarität. Als zum Beispiel einem Leiharbeitnehmer die Entlassung drohte, nur weil er öffentlich über die Lage von Leiharbeitnehmern sprach, dauerte es keinen Tag bis zur Rücknahme derselben. Ein offenes Gespräch über eine starke und solidarische Belegschaft und ihre Möglichkeiten kann offensichtlich auf Arbeitgeberentscheidungen sehr beschleunigend wirken.    Die Auftragslage der Werft ist zurzeit noch gut. Auch weil seit vielen Jahren, gemeinsam mit den Beschäftigten und nicht gegen sie, die Arbeitsprozesse immer wieder optimiert wurden und die RoRo-Fähren einen hohen Standard aufweisen. Insgesamt ist die tägliche Praxis der Kollegen bei der FSG ein anregendes Beispiel um Fragen der Wirtschaftsdemokratie weiter zu denken. Wenn ich an die Zukunft denke, wäre mir um einiges wohler, wenn die Kollegen dort das Sagen hätten und nicht die Heuschrecke, die die Werft vor einiger Zeit übernommen hat.
Von Cornelia Möhring

linksfraktion.de, 18. August 2011

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