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Für einen linken Feminismus

Einem Linken Feminismus geht es um die Gleichstellung von Männern und Frauen. Aber das darf nicht darauf hinauslaufen, Frauen nur in jene männliche Form zu drücken, die in unserer Gesellschaft als normal gilt und selbst immer instabiler und prekärer wird. Denn dann verlieren wir uns in einer Schleife, in der wir nur noch Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie verhandeln, jedoch die Ausbeutung in der Arbeitswelt nicht grundsätzlich ändern. Es muss aber immer um beides gehen: gleiche Zugangsmöglichkeiten von Frauen zu Arbeit als eigenständiger Einkommensquelle und gleichzeitig um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle.

Einem Linken Feminismus geht es um Emanzipation für die ganze Gesellschaft. Es geht um eine Welt, in der niemand Angst vor Gewalt und Armut haben muss, in der wir unsere Persönlichkeiten und unsere Sexualität ausdrücken und entfalten können, wie wir Lust haben und in der wir über politische Angelegenheiten gleichberechtigt und ohne Hass miteinander streiten können.

Linker Feminismus geht davon aus, dass Sexismus und Kapitalismus nicht  getrennt voneinander behandelt und effektiv angegangen werden können. Zu eng sind beide Unterdrückungsverhältnisse miteinander verwoben.

Das zeigt sich etwa an der geschlechtlichen Arbeitsteilung, die Frauen seit langer Zeit in den Bereich der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit drängt und so die Kosten für die Unternehmen ebenso senkt wie die staatlichen Ausgaben. So haben Einsparungen in der öffentlichen Infrastruktur und Privatisierungen dazu geführt, dass ein Großteil von Pflegearbeiten zurück an die Angehörigen, in den allermeisten Fällen Frauen, verschoben wurde. Mit der Zuspitzung des Neoliberalismus geht somit ein schleichender, versteckter, regulierter Abbau von Frauenrechten einher – nicht formal vor dem Gesetz, aber hinsichtlich ihrer tatsächlichen Erreichbarkeit und Umsetzung.

Ein Linker Feminismus will eine Antwort auf eine neoliberale Politik sein, er will Antworten auf die Politik der Konkurrenz, der sozialen Spaltung und die Angriffe auf die soziale Infrastruktur finden.

Die Verwobenheit von Sexismus und Kapitalismus zeigt sich aber auch an weiterbestehenden Rollenklischees und sexistischer Diskriminierung, die diese Verhältnisse direkt und indirekt stützen und immer wieder neu herstellen. Einschränkungen von vielfältigen Lebensweisen finden sich auch in der aktuellen Familien- und Sozialpolitik. So wird zum Beispiel durch den Ausschluss nicht verheirateter und/oder lesbischer Frauen von den Reproduktionstechnologien noch immer die heterosexuelle Familie bevorzugt. Eine erstarkende Rechte baut hierauf auf.

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