Schließen

Skip to main content

Landwirtschaft

Themenpapiere der Fraktion

Wie kaum ein anderer Bereich ist die Landwirtschaft beeinflusst durch  die politischen Rahmenbedingungen der europäischen Agrarpolitik. Gleichzeitig wird die landwirtschaftliche Erzeugung  immer stärker liberalisiert und unter dem Mantra der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit globalen Agrarmärkten ausgeliefert. Industrielle Formen der Agrarerzeugung nehmen zu und erzeugen einen enormen Druck auf die herkömmlichen Strukturen der Landwirtschaft. Der so genannte Strukturwandel vermindert die Zahl der Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. Höfe werden aufgegeben und ihre Flächen von anderen Betrieben und immer öfter direkt oder indirekt von nicht-landwirtschaftlichen Akteuren übernommen. Verloren gehen insbesondere der Erhalt der biologischen Vielfalt, eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt der Lebensfähigkeit ländlich geprägter Regionen.

Die Agrarpolitik der Bundesregierung steht unter dem Primat der Orientierung auf die internationale „Wettbewerbsfähigkeit“ der deutschen und europäischen Landwirtschaft. Damit treibt sie selber die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft voran. Die Exportorientierung  und die Intensivierung der Landwirtschaft führen weltweit zu einer Vielzahl ökologischer und sozialer Probleme in den ländlichen Räumen. Für die Agrarbetriebe hier führt sie zu oft nicht mehr  kostendeckenden Erzeugerpreisen.

Unsere Vorschläge:

Die Linksfraktion hat im PLAN B ihre Vision für die Zukunft der Landwirtschaft im Jahr 2050 beschrieben: Weg vom Weltmarkt und hin zum Wochenmarkt

Regionale Erzeugung

Die agrarpolitische Strategie der Weltmarktorientierung muss zu Gunsten einer regional orientierten Politik geändert werden. Regionale Erzeugung und Vermarktung schafft regionale Wertschöpfung und sichert damit Arbeit und Einkommen.

Kostendeckende Erzeugerpreise

Kostendeckende Erzeugerpreise für die Agrarbetriebe müssen möglich sein. Die Gründung von Erzeugerorganisationen muss die Marktposition der Bäuerinnen und Bauern stärken. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn und der Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze muss die Grundlage dafür geschaffen werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher kostendeckende Preise für Lebensmittel bezahlen können.

Ökologisierung der Landwirtschaft

„Moderne“ Agrarproduktion ist oftmals mit einer Intensivierung der Produktionsverfahren verbunden, die eine ganze Reihe ökologischer Folgeprobleme nach sich ziehen. Gewässer -Eutrophierung, Artenschwund und die Freisetzung von Treibhausgasen sind einige der ungünstigen Auswirkungen, die auch unter Einhalten der gesetzlichen Vorschriften eintreten. Die LINKE fordert daher den Ausbau des Ökolandbaus und die Orientierung der konventionellen Landwirtschaft an umweltfreundlicheren Produktionsformen.

Politik für die ländlichen Räume

Die Agrarwirtschaft ist in vielen ländlichen Regionen (noch) eine tragende Säule des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. In der Förderung muss künftig stärker die Multifunktionalität der Landwirtschaft in ländlichen Räumen berücksichtigt werden. Insbesondere soziale Leistungen – wie Arbeitsplätze, Ausbildung, Fortbildung - müssen honoriert werden.

 

Weiterführende Informationen zum Thema wie Parlamentarische Initiativen, Reden, Publikationen oder Pressemitteilungen finden Sie über unsere Suche.

Mehr dazu