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Gentechnik in der Landwirtschaft

Themenpapiere der Fraktion

DIE LINKE lehnt die Agro-Gentechnik ab. Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen weder auf dem Acker wachsen, noch in Futter- oder Lebensmitteln verarbeitet werden. Gentechnisch veränderte Kulturen, sogenannte transgene Pflanzen, bergen agrarstrukturelle, ökologische oder gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Viele Menschen lehnen sie aus ethischen Gründen ab oder befürchten Gesundheitseinschränkungen (z.B. Allergien). Trotzdem befinden sich etliche Gentech-Pflanzen im EU-Zulassungsverfahren. In der EU gibt es eine Anbauzulassung für den Gentech-Mais MON 810 (Monsanto) und die Gentech-Kartoffel Amflora (BASF). Der MON 810-Anbau ist in Deutschland im Moment verboten, die Amflora-Kartoffel wird auch nicht angebaut.

Durch gentechnische Veränderungen sollen Pflanzen widerstandsfähiger oder leistungsstärker gemacht werden. Die Forschung verspricht seit Jahrzehnten, dass Hunger weltweit durch Gentech-Pflanzen beseitigt werden könne. Doch die Realität sieht anders aus. Fast alle kommerziell genutzten transgenen Pflanzen sind entweder gegen Schädlinge oder gegen Pflanzenschutzmittel resistent. Oder beides gleichzeitig.

Durch die Verbindung der Agro-Gentechnik mit dem Patentrecht werden die bereits vorhandenen Abhängigkeiten erhöht. Bäuerinnen und Bauern kaufen teures patentiertes Saatgut, müssen das dazugehörige Spritzmittel erwerben und haben im Folgejahr nicht das Recht, mit dem durch die Ernte gewonnenen eigenen Saatgut erneut den Acker zu bestellen. Dafür sind Lizenzgebühren fällig. Die Gentechnik-Lobby in Politik und Industrie hat den Begriff der „Koexistenz“ eingeführt. Damit will sie alle drei Anbausysteme (Öko, Konventionell, Gentech) unter einen Hut bringen. Die Realität zeigt jedoch: Koexistenz ist ein Märchen! Denn bei Ernte, Transport, Lagerung oder Verarbeitung kann es zu Vermischungen zwischen gentechnisch veränderten und normalen Pflanzen kommen. Auch im Honig kann Gentech-Pollen landen und ihn unverkäuflich machen. DIE LINKE setzt sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Imkerei ein. Dazu müsste der Anbau von Gentech-Pflanzen in der EU verboten werden. So lange für ein so weitgehendes Verbot keine Mehrheiten zustande kommen, vertritt DIE LINKE folgende Positionen:

  • Stärkung der gentechnikfreien Regionen und Initiativen.
  • Das EU-Zulassungsverfahren muss transparent sein. Ökologische und sozio-ökonomische Kriterien sind einzubeziehen.
  • Das MON 810-Verbot muss in Deutschland Bestand haben und der Anbau der Amflora-Kartoffel untersagt werden. Freisetzungsanträge zu Forschungszwecken sind zu versagen.
  • Die „Nulltoleranz“ darf nicht aufgeweicht werden. Jegliche Verunreinigung mit einem nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismus muss zur Vernichtung der Ware führen.
  • Für Schäden durch die Agro-Gentechnik sollen nicht nur Landwirtinnen und Landwirte, sondern auch die Gentech-Industrie haften. Es gilt das Verursacherprinzip. Das Gentechnikgesetz muss die gentechnikfreie Landwirtschaft und Imkerei wirksam vor Verunreinigungen schützen. Es muss genauso wie die Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung verschärft werden.
  • Die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung muss gestärkt und weiterentwickelt werden.

 

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