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Untersuchungsausschuss zur Dopingvergangenheit

Pressemitteilung von Katrin Kunert, Jens Petermann,

Nach der Sondersitzung des Sportausschusses besteht aus Sicht der Fraktion DIE LINKE weiterhin Klärungsbedarf hinsichtlich der westdeutschen Dopingvergangenheit. "Auch im Westen Deutschlands müssen die Verantwortlichen für Doping endlich benannt und zur Rechenschaft gezogen werden, so wie es Ende der 1990er Jahre beim DDR-Doping gehandhabt wurde. Die damaligen Strukturen sind dabei ohne die Nennung von Namen nicht ausreichend nachvollziehbar", so die sportpolitische Sprecherin der Fraktion, Katrin Kunert.

Jens Petermann, Mitglied im Sportausschuss, ergänzt: "Weder bei der verantwortlichen Politik noch beim organisierten Sport und erst recht nicht beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft ist eine große Bereitschaft zur vorbehaltlosen Aufklärung zu erkennen. Das zeigen auch die Geschäftsordnungstricks der Koalitionsfraktionen in der heutigen Sitzung.

DIE LINKE erwägt, den Sportausschuss in der kommenden Wahlperiode kurzzeitig als Parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzusetzen. Nur wer die Fehler der Vergangenheit kennt, kann sie künftig vermeiden. Die strukturellen Verquickungen von Politik, Sport und Medizin waren damals dafür verantwortlich, dass fahrlässig mit der Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler umgegangen wurde. Solche verhängnisvollen Netzwerke darf es nie wieder geben."

Kunert ergänzt: "In einem Untersuchungsausschuss wäre es möglich, Zeugen zu laden, die sich bisher beharrlich weigern, Stellung zu beziehen – beispielsweise den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Dr. Thomas Bach. Auch eine Enquete-Kommission ist denkbar, denn es geht ja nicht nur um die Vergangenheit, sondern vor allem um die Zukunft des Sports."

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