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Sparbüchse Klimaschutz

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter,

Zur Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) über die Kosten des Klimawandels in Deutschland erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Eva Bulling-Schröter:

Schon vor zwei Jahren, und damit sogar vor dem berühmten Bericht von Nicholas Stern, hatte das DIW vor den volkswirtschaftlichen Kosten des Klimawandels gewarnt. Demnach wären in Deutschland bis zum Jahre 2100 etwa 160 Mrd. US-Dollar für Schäden durch Klimaänderungen vermeidbar, wenn ca. 40 Mrd. US-Dollar für den Klimaschutz investiert werden würden.

Leider glaubt die bundesrepublikanische Öffentlichkeit eher einem britischen Adligen und Ex-Chefökonomen der Weltbank als einer jungen heimischen Wissenschaftlerin. Verständlich, dass Claudia Kemfert vom DIW nun noch mal nachgelegt hat. 800 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 könnte der Klimawandel hierzulande kosten, rechnet sie vor.

Alarmierende Zahlen gibt es also ausreichend. Was fehlt, ist ein Maßnahmebündel, das solche enormen Verluste verhindert. Und vieles davon kostet nicht einmal Geld. Das Verbot der Stand-by-Schaltungen etwa oder ein Tempolimit von 130 Stundenkilometer.

Die wesentlichen Stellschrauben liegen jedoch im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und in der Umgestaltung des Energiesektors. Die Mittel für Wärmedämmung müssen erhöht und die Umsetzung der entsprechenden Normen bei Neubauten konsequent kontrolliert werden. Vor allem aber ist neben dem Ausbau erneuerbarer Energien der Emissionshandel so zu organisieren, dass sich ein Brennstoffwechsel von Kohle auf das emissionsärmere Gas lohnt. Leider geht der Zug gerade in die entgegengesetzte Richtung: Der Neubau von Kohlekraftwerken rechnet sich blendend. Die Kosten dafür wird Deutschland noch in 50 Jahren zu tragen haben.

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