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Seehofer mauert beim Thema gentechnikfreies Saatgut

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. hervorgeht, vernachlässigt die Bundesregierung das Problem von gentechnisch verunreinigtem Saatgut. "Eine Position zu Schwellenwerten für gentechnische Verunreinigungen wurde [...] innerhalb der Bundesregierung noch nicht abgestimmt", schreibt das Verbraucherschutzministerium in seiner Antwort.

Doch die Regierung ist nicht nur selbst untätig, sondern sie verhindert auch aktiv die Information der Verbraucher durch andere: Vor einigen Wochen unterband die Regierung eine Informationsanzeige über gentechnikfreies Saatgut, die der Verein "Save our Seeds" im neuen Berliner Bio-Einkaufsführer aufgeben wollte; dieser wird vom Landwirtschaftsministerium finanziell unterstützt. Als Begründung nennt das Ministerium in seiner Antwort auf die Anfrage, erlaubt seien nur Anzeigen, die nur "neutral" informieren und nicht zur "Unterstützung politischer Kampagnen" dienen.

Diese Aussagen des Landwirtschaftministeriums stoßen auf scharfe Kritik von Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprechrin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag. "Gentechnikfreies Saatgut ist eine notwendige Grundlage für Landwirte, die keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen wollen. Diese stellen sich an die Seite von 80 Prozent der Verbraucher, die gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen", sagte Tackmann. "Statt sich dem dringlichen Problem von gentechnisch verunreingtem Saatgut zu stellen, setzt die Regierung auf Zensur. So wird der angebliche Verbraucherschutz-Minister Horst Seehofer sein selbstgestecktes Ziel der 'sachlichen, neutralen und ausgewogenen' Verbraucherinformation kaum erfüllen." Auf die Gefahr der Kontamination von Saatgut müsse unbedingt hingewiesen werden, so Tackmann.

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