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Gentechnik in der Landwirtschaft: Wer Schäden verursacht, muss bezahlen

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zur aktuellen Debatte um gentechnisch manipuliertem Mais erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Kirsten Tackmann:

Expertinnen und Experten sehen keine Notwendigkeit, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Das war zur Überraschung der Koalitionsparteien bei der Anhörung im Agrarausschuss des Bundestages zu hören. Die gewonnenen Erkenntnisse sollte Minister Seehofer dazu bewegen, nicht nur über Genmais (MON 810) kritisch nachzudenken.

Laut Aussagen des Experten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft hat die Begleitforschung zu den Anbaurisiken von gentechnisch verändertem Mais erst begonnen. Andere Experten bestätigten zudem den Mangel einer verlässlichen Datenbasis für eine Risikobewertung. Dagegen sind die Risikofaktoren für eine ungewollte Verschleppung gentechnisch veränderter Pflanzen ausgesprochen vielfältig.

Weltweit fehlen Daten in Bezug auf Langzeitwirkungen. Weder langfristige Fütterungsversuche bei Tieren noch Untersuchungen bei Menschen liegen dazu vor. Sie sind für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen durch die europäischen Behörden auch gar nicht erforderlich. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Vorsorgeprinzip. Auch die sozialen und ökonomischen Folgen bei der Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft dürfen nicht aus dem Blickfeld geraten. Ausgerechnet bei Landwirtschaftsbetrieben, die sich aus guten Gründen gegen die Gentechnik aussprechen, verursacht die Gentechnik Kosten, weil sie sich schützen müssen.

DIE LINKE. fordern das Verursacherprinzip: wer gentechnisch veränderte Pflanzen produziert oder anbaut, muss auch für die Schäden und andere Folgekosten bezahlen! Die Anhörung hat unsere Position bestätigt: bei der Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft sind die Risiken im Vergleich zum Nutzen zu hoch. Deshalb fordern wir von Minister Seehofer ein Moratorium, mindestens bis zum Ende der Begleitforschung.

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