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Genraps: Seehofer verlagert Koexistenzproblematik ins Ausland

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Anlässlich der Sitzung des EU-Ministerrates für Landwirtschaft und Fischerei erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.:

Minister Seehofer gibt zu, dass beim Raps die Koexistenz - also das nebeneinander von Nutzern und Nichtnutzern gentechnisch veränderter Pflanzen - nicht möglich ist. Raps hat in der europäischen Pflanzenwelt zahlreiche nahe Verwandte und kreuzt sich daher viel zu einfach in andere Kulturpflanzen und Wildkräuter ein. Trotzdem vertritt Minister Seehofer im EU-Rat eine Position für die Zulassung von genetisch veränderten Ölrapsprodukten als Futtermittel und für industrielle Anwendungen. Die Koexistenzprobleme bestehen jedoch in den exportierenden Ländern genauso wie in der Bundesrepublik. Warum also misst Minister Seehofer hier mit zweierlei Maß? Es wird Zeit, Globalisierung und internationale Arbeitsteilung auch mit globaler sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden!

Die Verlagerung des Problems ins Ausland führt zu weiteren Schwierigkeiten, wie Auskreuzungen und Mehrfachresistenzen in Kanada belegen. In den so genannten Entwicklungsländern wird die Exportabhängigkeit weiter vertieft und es werden neue Umweltprobleme geschaffen. Der Wegfall von Wald und kleinbäuerlicher Landwirtschaft durch die massive Ausbreitung riesiger Sojaflächen für den Export trägt zur Verarmung der Bevölkerung in ländlichen Regionen bei.

Übrigens ist der Genraps nicht nur ein Problem der exportierenden Staaten. Auch bei uns können in der Stadt zufällige Ansaaten von Raps am Straßenrand als Unkraut bewundert werden. Importierter Genraps kann denselben Weg gehen. Dieser Bumerang-Effekt ist nicht zu verantworten, Herr Minister.

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