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Europäisches Modell kein Vorbild für Lateinamerika

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

„Die Völker in Lateinamerika sind erst einmal froh, dass es auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru keine konkreten Ergebnisse gab“ erklärt die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen von der Fraktion DIE LINKE, die die Bundeskanzlerin Merkel auf der Lateinamerika-Reise begleitet. „Das von Merkel und anderen europäischen Staatsoberhäuptern angepriesene europäische Modell kann mit seinen sozialen Verwerfungen kein Vorbild für Lateinamerika sein.“

Dagdelen empfahl der Bundeskanzlerin die Forderungen des Gegengipfels in Lima aufzugreifen, wenn es ihr tatsächlich um die Bekämpfung von Armut und Umwelt- bzw. Klimaschutz gehe. Auf einer einwöchigen Veranstaltung in Lima waren parallel zum offiziellen Gipfel mehrere Tausend Menschen zusammengekommen, um die Frage zu diskutieren, wie die Reichtümer in der Region endlich gerechter verteilt werden können. Auf der Abschlusskundgebung des „Gipfels der Völker“, auf der neben dem kubanischen Vizepräsidenten Quessada und dem bolivianischen Staatsoberhaupt Morales auch Dagdelen zu über 20Tsd. Menschen gesprochen hatten, wurde diese Forderung erneut unterstrichen. Dagdelen hatte dort für die Solidarität der Völker und die Souveränität der Staaten plädiert und den offiziellen Gipfel als „Gipfel des Neoliberalismus“ bezeichnet. „Mit ALBA, der Bolivarischen Alternative für Amerika, hat Lateinamerika gezeigt, dass es Alternativen zum globalen gewalttätigen Kapitalismus gibt“, so Dagdelen weiter.

Die Linke-Abgeordnete kritisierte auch das Reiseprogramm von Merkel, das von Treffen mit rechten Regierungsvertretern in der Region dominiert sei. Die Gruppe, die von Peru nach Kolumbien weitergereist ist, wird auch in Mexico Halt machen. Dagdelen warf der Kanzlerin vor, mit dem Besuch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota dem Staatspräsidenten Uribe Absolution zu erteilen. Der Besuch sei geradezu eine Belohnung des völkerrechtswidrigen Militärangriffs Uribes auf Ekuador. Menschenrechtsverletzungen oder die Morde an Linken, Gewerkschaftern und Menschenrechtlern würden von Merkel nicht angesprochen.

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