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CO2-Verpressung - Trojanisches Pferd der Kohlewirtschaft

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter,

Zur heute veröffentlichten Greenpeace-DLR-Studie einer globalen Energiestrategie erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Eva Bulling-Schröter:

Globale Klimaschutzziele sind nur ohne Atomkraft und ohne CO2-Abscheidung und -Verpressung in den Untergrund (CCS) zu erreichen. Die von Greenpeace beauftragte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) widerlegt die These, die Kohleverstromung müsse in einem erheblichen Umfang weitergeführt und die daraus resultierende "CO2-Minderungslücke" durch die Verpressung des Klimakillers Kohlendioxid unter die Erde geschlossen werden.

Die Fixierung von Teilen der Politik auf das frühestens in 15 Jahren einlösbare Technikversprechen eines angeblich CO2-freien Kohlekraftwerks sollte nun ein Ende haben. Zum einen ist diese Technologie - sollte sie irgendwann tatsächlich zur Verfügung stehen - ein teures Experiment mit ökologisch ungewissem Ausgang. Zum anderen hat CCS eine fatale politische Funktion: So steht Deutschland vor der größten Erneuerungswelle des Kraftwerkparks seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig sind die Folgen des Klimawandels unübersehbar. Das Zukunftsversprechen einer vermeintlich "sauberen" Kohleverstromung kommt der Energiewirtschaft in dieser Situation wie gerufen. Es wird als Trojanisches Pferd genutzt, um das Tor für den Bau neuer konventioneller Kohlekraftwerke aufzustoßen.

Die Greenpeace-Studie zeigt dagegen klar den Weg für eine nachhaltige Umgestaltung des Energiesystems auf: Erneuerbare Energien und Energieeinsparung nutzen statt auf vage Zukunftskonzepte wie die eines angeblich CO2-freien Kohlekraftwerks zu setzen. Die reichlich sprudelnden Forschungsgelder für CCS wären als Förder- und Forschungsmittel für den Ausbau der regenerativen Energieversorgung und die Erhöhung der Energieeffizienz weitaus besser angelegt.

F.d.R. Beate Figgener

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