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Widersprüchliche Aussagen zur Bedrohungssituation in Kundus

Nachricht von Paul Schäfer,

Die Zeugenvernehmung im Kundus-Untersuchungsausschuss hat die Widersprüche bei der Einschätzung der realen Bedrohungssituation deutlich gemacht. Die angehörten Zeugen, die als Hauptakteure in die Informations- und Entscheidungsstrukturen der Bundeswehr in Kunduz eingebunden waren, schoben sich gegenseitig und Oberst Klein den Schwarzen Peter zu, berichtet der Obmann der Fraktion im Unterschungsausschuss, Paul Schäfer.

Sofort-Info Nr. 18

Die Zeugenvernehmung auf der Sitzung des Kunduz-Untersuchungsausschusses am 11. November war nur begrenzt erhellend. 

Die angehörten Zeugen, die als Hauptakteure in die Informations- und Entscheidungsstrukturen der Bundeswehr in Kunduz eingebunden waren, schoben sich gegenseitig und Oberst Klein den Schwarzen Peter zu. 

Ein jeder bemühte sich, eine glaubwürdige Legende zu stricken, die seine reale Verantwortlichkeit an dem Tag minimieren sollte: Sei es, dass man nicht ständig bei den Entscheidungsphasen präsent gewesen sei, weil man den Raum verlassen habe, sei es, dass die Informationen nicht vollständig geteilt worden seien. 

Auch kam es erneut zu widersprüchlichen Aussagen über das Ausmaß der realen Bedrohungssituation, die von den entführten Tanklastern und den Menschen auf der Sandbank ausgegangen sei.

Man könnte, wenn man die Zeugenvernehmung zynisch bilanziert, dass Kunduz-Bombardement auch als „großes Missverständnis“ bezeichnen.