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Was war da los, Matthias W. Birkwald?

Im Wortlaut von Matthias W. Birkwald,

Protest gegen Zwangsräumung und Mietenexplosion in Köln

Matthias W. Birkwald bei den Protesten gegen die Zwangsräumung von Kalle Gerigk

 

Seit Februar ist in Köln die Auseinandersetzung um die Zwangsräumung der Wohnung von Kalle Gerigk im Agnesviertel der Innenstadt zum Symbol für den Protest gegen steigende Mieten und Luxussanierung geworden. Matthias W. Birkwald war vor Ort und berichtet über die von den Initiativen "Alle für Kalle" und "Recht auf Stadt" getragene Aktion:

Anders als noch am 20. Februar konnte leider nun eine massive Übermacht der Staatsgewalt im dritten Versuch die mit angeblichem Eigenbedarf begründete Zwangsräumung durchsetzen. Als ich um kurz vor sieben Uhr zu Beginn der Aktion eintraf, hatte die Polizei längst weiträumige Absperrungen errichtet. Einige wenige Blockierende, die bereits in der Nacht eingetroffen waren, wurden teilweise gewaltsam geräumt.

In der Kölner Stadtgesellschaft hat "Alle für Kalle" dennoch einiges erreicht: Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen und die Vertreibung durch steigende Mieten werden endlich als dringendes Problem wahrgenommen und sind auch ein zentrales Thema im kommunalen Wahlkampf.

Köln muss bunt und lebendig bleiben. Darum darf das Wohnen in der Kölner Innenstadt nicht zum Luxus werden, den sich Normalverdienende nicht mehr leisten können. Auch Erzieherinnen, Feuerwehrleute, Lagerarbeiter und Rentner*innen haben ein Recht auf Stadt!

Wichtige Antworten LINKER Wohnungspolitik sind eine Mietpreisbremse auch bei Neuvermietungen, eine öffentliche Wohnungswirtschaft, die ausreichend dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft, und auf kommunaler Ebene auch der Schutz von Mieterinnen und Mietern durch Milieuschutzssatzungen.

Zur Resignation besteht kein Anlass, denn aus "Alle für Kalle" wird "Kalle für Alle". Auch Die LINKE wird weitere Aktionen wie die Bildung von Mieterräten aktiv unterstützen.

linksfraktion.de, 16. April 2014

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