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»Skrupellosigkeit der Automanager in Sachen Abgas«

Nachricht von Sahra Wagenknecht, Dietmar Bartsch,

Die Washington Post und die Stuttgarter Zeitung berichteten jetzt über Abgasversuche der Autoindustrie an Affen und Menschen. Demnach hat ein von der Autoindustrie finanzierter Lobbyverein Wissenschaftler in den USA mit Abgasversuchen an Affen beauftragt. Medienberichten zufolge hat die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) ein Experiment unterstützt, bei dem 25 junge und gesunde Testpersonen an einem Institut des Uniklinikums Aachen über mehrere Stunden hinweg in unterschiedlichen Konzentrationen Stickstoffdioxid einatmeten.

Der Stuttgarter Daimler-Konzern distanzierte sich am Sonntag sowohl von den Untersuchungen an den Affen als auch von der Aachener Studie. Dietmar Bartsch hält das für unglaubwürdig: "Erst 2 Jahre später und nach Medienberichten ist Daimler 'erschüttert' über Abgasversuche an Menschen. Die deutschen Autokonzerne sind so mächtig wie die US-Tabakindustrie - und genauso skrupellos." Er fordert vom grünen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann und von der Bundesregierung Handeln.

Auch Sahra Wagenknecht geißelt "die Skrupellosigkeit der Automanager in Sachen Abgas". Diese kenne "offenbar überhaupt keine Grenzen". Wagenknecht sieht in den aufgedeckten Abgasexperimenten "ein Maß an moralischer Verkommenheit, das seinesgleichen sucht". Sie warnt: "So verspielen die Unternehmensführungen und ihre Amigos in der Bundesregierung immer mehr das Ansehen der deutschen Autokonzerne und gefährden hierzulande zehntausende Arbeitsplätze."

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