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Sechs Fragen an Nicole Gohlke

Im Wortlaut von Nicole Gohlke,

35 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, sind neu gewählte Mitglieder des Parlaments. Welche Erwartungen haben sie? Was haben sie vor? linksfraktion.de fragt nach.


Nicole Gohlke, 33, Kommunikationswissenschaftlerin aus Bayern

Sie sind jetzt Volksvertreterin. Wie wollen Sie die Interessen der Menschen vertreten?

Mit einer konsequenten und lauten Oppositionsarbeit! Dabei geht es zum einen um politische Aufklärung, darum zu sagen, was ist. Es braucht im Deutschen Bundestag eine Stimme, die den Krieg in Afghanistan auch als solchen benennt und ihn nicht als »humanitäre Intervention« schönredet.
Zum anderen sehe ich es als Aufgabe, gesellschaftliche Alternativen aufzuzeigen und für eine Gesellschaft zu werben, deren Maxime nicht der Profit, sondern die Solidarität ist. Sozialabbau ist keine Naturgegebenheit, sondern die politische Abwälzung der Krise zu Lasten der Erwerbstätigen, Erwerbslosen, Studierenden und Rentnerinnen und Rentner.

Wie wollen Sie konkret den Widerstand gegen Sozialabbau und Krieg stärken?


Im engen Bündnis mit der außerparlamentarischen Bewegung: mit den Gewerkschaften und mit der Anti-Kriegs-Bewegung. Politik wird nicht nur im Parlament gemacht, sondern auch auf der Straße. Diesen Aspekt gilt es insbesondere jetzt zu stärken, wenn wir als LINKE die soziale Verteidigung gegen Schwarz-Gelb organisieren müssen. Ich will mit der LINKEN dazu ermutigen, dass die Menschen selbst für ihre Interessen eintreten.

Welche persönlichen Erfahrungen können Ihnen den Start als Parlamentarierin erleichtern?


Meine langjährige Arbeit in attac und der Anti-Kriegs-Bewegung. Ich habe unter anderem dort gelernt, dass es, um einem politischen Ziel näher zu kommen, die solidarische Zusammenarbeit vieler verschiedener Kräfte braucht, ohne dabei jedoch die eigene Position zu verwässern.

Was würden Sie in ihrer ersten Bundestagrede der Kanzlerin gern einmal sagen?


Sollte sich Frau Merkel auf ein »Durchregieren« gefreut haben, muss ich sie enttäuschen: Sie muss mit dem entschiedenen Widerstand der LINKEN wie auch der außerparlamentarischen Bewegung rechnen, sollte sie weitere soziale Einschnitte, Kürzungen im Bildungsbereich oder eine Truppenaufstockung in Afghanistan umsetzen wollen.

Wie wollen Sie sich davor schützen, im Raumschiff Bundestag die Bodenhaftung zu verlieren?


Selbstverständlich besteht die Aufgabe von Abgeordneten auch darin, möglichst viel vor Ort präsent zu sein. Ich möchte so oft wie möglich insbesondere in Bayern und in meinem Wahlkreis in München die Menschen bei ihren Aktionen gegen sozialen Kahlschlag und Krieg
unterstützen.

Alle Abgeordneten der LINKEN spenden bisher Ihre Diätenerhöhung. Wofür wollen Sie sich persönlich besonders engagieren?


Für Bündnisse gegen Studiengebühren und gegen die alljährliche sogenannte Sicherheits-Konferenz in München.

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