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Sechs Fragen an Jens Petermann

Im Wortlaut von Jens Petermann,

35 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, sind neu gewählte Mitglieder des Parlaments. Welche Erwartungen haben sie? Was haben sie vor? linksfraktion.de fragt nach.


Jens Petermann, 46, Jurist aus Thüringen

Sie sind jetzt Volksvertreter. Wie wollen Sie die Interessen der Menschen vertreten?

Mir ist es besonders wichtig, den persönlichen Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkreis aufrecht zu erhalten. Hierzu werde ich regelmäßig zu Gesprächen mit Vereinen und Verbänden, aber auch zu Infoständen einladen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen werden in die tägliche politische Arbeit einfließen und Initiativen zu Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Konkrete Unterstützung im Einzelfall soll auch das Wahlkreisbüro leisten.

Wie wollen Sie konkret den Widerstand gegen Sozialabbau und Krieg stärken?

Einerseits wird mein Abstimmungsverhalten meine Antikriegsposition und meinen Einsatz für soziale Gerechtigkeit widerspiegeln. Ich habe vor, durch die Mitarbeit an konkreten Gesetzesinitiativen weiteren Sozialabbau zu verhindern bzw. gerade im Hinblick auf das SGB II Verbesserungen zugunsten der Betroffenen zu erreichen. Andererseits halte ich es für dringend geboten, die außerparlamentarischen Bewegungen gegen Sozialabbau und gegen Krieg zu unterstützen und zu stärken.

Welche persönlichen Erfahrungen können Ihnen den Start als Parlamentarier erleichtern?

Ich bin seit fast 20 Jahren als Richter tätig und habe mehrfach das Dezernat und den Tätigkeitsort gewechselt. Das hat die Fähigkeit geschult, sich schnell einzuarbeiten, mit neuen Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und die Arbeit lösungsorientiert zu organisieren. Dabei musste ich häufig überdurchschnittlich große Arbeitspensen bewältigen, was mir gemäß den erteilten Beurteilungen auch gelungen ist.

Was würden Sie in ihrer ersten Bundestagrede der Kanzlerin gern einmal sagen?

Ich würde sie dazu auffordern, sich Ihrer ostdeutschen Wurzeln zu besinnen und sich zu verpflichten, die weitere Abwanderung junger Menschen aus dem Osten durch geeignete Maßnahmen im Bereich Bildung und Ausbildung sowie durch die Schaffung moderner zukunftsfähiger Arbeitsplätze zu verhindern.

Wie wollen Sie sich davor schützen, im Raumschiff Bundestag die Bodenhaftung zu verlieren?

Ich sehe den Bundestag noch nicht als Raumschiff. Es gilt im Übrigen die Antwort auf die erste Frage.

Alle Abgeordneten der LINKEN spenden bisher Ihre Diätenerhöhung. Wofür wollen Sie sich persönlich besonders engagieren?

Schaffung von Chancengleichheit für sozial benachteiligte Jugendliche in meiner Thüringer Heimat.

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