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Sechs Fragen an Caren Lay

Im Wortlaut von Caren Lay,

35 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, sind neu gewählte Mitglieder des Parlaments. Welche Erwartungen haben sie? Was haben sie vor? linksfraktion.de fragt nach.


Caren Lay, 36, Diplom-Soziologin aus Sachsen

Sie sind jetzt Volksvertreterin. Wie wollen Sie die Interessen der Menschen vertreten?

Durch eine gute parlamentarische Arbeit. Denn dafür wurde ich gewählt. Das heißt für mich nicht nur, Widerstand gegen die abzusehenden Gemeinheiten von Schwarz-Gelb zu leisten, sondern auch mit eigenen Ideen zu punkten. Und dann will ich natürlich auch den Wählerinnen und Wählern in meinem Wahlkreis nicht verschweigen, wie die Abgeordneten von CDU und FDP bei zentralen sozialpoitischen Fragen - etwa der Rente oder Hartz IV - konkret abgestimmt haben. Ganz wichtig ist mir, die Menschen zu unterstützen, wenn sie selbst ihre Interessen vertreten. Eine reine Stellvertreterpolitik lehne ich ab.

Wie wollen Sie konkret den Widerstand gegen Sozialabbau und Krieg stärken?

DIE LINKE sollte ihren guten Draht zu sozialen Bewegungen weiter ausbauen. Dort wo sich Protest und Widerstand gegen Krieg und Sozialabbau regt, sollten wir ihn unterstützen - in einem fairen Miteinander, auf gleicher Augenhöhe.

Welche persönlichen Erfahrungen können Ihnen den Start als Parlamentarierin erleichtern?

Ich habe bereits fünf Jahre parlamentarische Erfahrung im Sächsischen Landtag hinter mir. Dort war ich Arbeitsmarktpolitische Sprecherin und Parlamentarische Geschäftsführerin. Ich weiß also wie der Parlamentarismus funktioniert. Und daher weiß ich auch, wie wichtig es ist, sich immer wieder zu »erden«, d.h. auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen - nah dran an den Alltagsproblemen der Menschen. Das gelingt nur durch eine intensive Arbeit im Wahlkreis, durch Gespräche vor Ort.

Was würden Sie in ihrer ersten Bundestagrede der Kanzlerin gern einmal sagen?

Dass sie endlich offensiver für die Interessen Ostdeutschlands streiten soll. Schließlich kommt sie dort her.

Wie wollen Sie sich davor schützen, im Raumschiff Bundestag die Bodenhaftung zu verlieren?

Wie gesagt: Durch eine gute Wahlkreisarbeit, durch Gespräche mit den Menschen vor Ort, durch Bürgersprechstunden. Und natürlich, durch eine intensive Arbeit mit der Basis in der Partei.

Alle Abgeordneten der LINKEN spenden bisher Ihre Diätenerhöhung. Wofür wollen Sie sich persönlich besonders engagieren?

Es gibt gute Projekte in meinem Wahlkreis, die eine Spende durch DIE LINKE verdient hätten. Die Tafeln beispielsweise, oder der Verein »Braugasse« in Hoyerswerda, der sich für ein soziokulturelles Zentrum in der Stadtmitte einsetzt.

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