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Dietmar Bartsch © Marc DarchingerFoto: Marc Darchinger

Rentenbesteuerung kann so nicht weitergehen

Kolumne von Dietmar Bartsch,

Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Rente gehen, zahlen bis zu fünfmal mehr Steuern, als Rentnerinnen und Rentner, die 2010 in Rente gegangen sind. Und das bei gleicher Rentenhöhe, die seitdem real an Kaufkraft verloren hat. Dass die Finanzämter selbst bei einer Bruttorente von 1200 Euro die Hand aufhalten, halte ich für unverschämt.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass laut Umfragen rund drei Viertel der Bevölkerung die Rentenbesteuerung als ungerecht empfinden. Die Renten der meisten Menschen sind zu gering, um noch Steuern zu zahlen. Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Bis 2040 werden auch kleine und mittlere Renten immer stärker belastet, falls sich nichts ändert. Es ist inakzeptabel, dass das Rentenniveau sinkt und dann auch noch die Rente stärker besteuert wird.

Wir brauchen eine große Rentenreform, die Armut im Alter wirksam bekämpft und den Lebensstandard im Alter sichert. Notwendig ist eine Rente für alle, in die alle einzahlen: auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete. Für kleine und mittlere Renten brauchen wir einen Schutz vor Besteuerung. Rentnerinnen und Rentner zahlen inzwischen sechsmal so viel Steuern wie Erben. Was für ein Missverhältnis! Gerechte Steuerpolitik muss Lebensleistung anerkennen und leistungsloses Vermögen endlich angemessen besteuern.

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