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Eine gelbe Straßenbahn fährt nachts in eine Haltestelle ein, die von Straßenlaternen erleuchtet wird. Im Hintergrund ist eine Bahnbrücke zu sehen. Foto: © istock.com/holgsFoto: istock.com/holgs
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Preisanstiege bei Bus und Bahn - ein fatales Signal für die Verkehrswende

Im Wortlaut von Janine Wissler,

Die Nachrichtenagentur dpa hat die bevorstehenden Preiserhöhungen im ÖPNV ausgewertet und teilweise erhebliche Anstiege festgestellt. Dass nicht nur im Fernverkehr der Bahn die Preise erheblich steigen, sondern auch im Nahverkehr, ist ein fatales Signal.

Busse und Bahnen müssen das Rückgrat der Verkehrswende sein. Nur mit einem starken öffentlichen Nahverkehr kann das Verkehrsangebot flächendeckend gut und klimafreundlich werden. Das erfordert umfangreiche Investitionen in den Nahverkehr, einen Ausbau des Angebots und eine Absenkung der Preise.

Wenn die Deutsche Bahn und viele Nahverkehrsunternehmen jetzt die Preise anheben, wird das mehr Menschen davon abhalten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Sowohl für Menschen, die das Auto brauchen, als auch für die, die auf den ÖPNV angewiesen sind, steigen die Kosten. Für viele Menschen im Hartz-IV-Bezug, mit niedrigen Löhnen und kleinen Renten, ist die regelmäßige Nutzung von Bus und Bahn schon lange unerschwinglich.

Was wir brauchen, ist: Mehr Verbindungen gerade im ländlichen Raum, bessere Taktung und bezahlbare Preise mit der Perspektive des Nulltarifs im ÖPNV. Dann werden mehr Menschen den Nahverkehr nutzen und die Verkehrswende kommt voran. Die Ampel-Verhandler wären gefragt, hier entschlossene Maßnahmen aufs Gleis zu setzen.

Erste Schritte wären, dass der Bund als Eigentümer endlich Einfluss auf die Preispolitik und Ausrichtung der Deutschen Bahn nimmt sowie eine feste Zusage, dass Investitionen in den Nahverkehr vom Bund abgesichert werden. Damit könnten die klammen Kommunen planen und kämen nicht in Versuchung, den Nahverkehr weiter zusammenzustreichen.

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