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Ohne Arbeit früh in Rente

Nachricht von Matthias W. Birkwald,

Langjährig Versicherte können frühestens mit 63 in Rente gehen, müssen dann aber 7,2 Prozent Rentenabschläge in Kauf nehmen. Nach vollständiger Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre werden es bis zu 14,4 Prozent Abschläge sein.

Bereits heute wird deswegen nahezu der Hälfte (Abschlagsquote: 48,2 Prozent) aller Neurentnerinnen und Neurentnern die Altersrente gekürzt. Das ist aber nur der Durchschnittswert. Denn in fünf von 39 von der Rentenversicherung aufgeführten 39 Berufsgruppen liegt die Abschlagsquote über 70 Prozent. In 23 der 39 Berufsgruppen liegt die Abschlagsquote über 60 Prozent.

"Die Rente erst ab 67 muss zurückgenommen werden. Das wäre ein wichtiger Schritt im Kampf gegen künftige Altersarmut“, fordert Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.

Denn nach wie vor finden über 60-Jährige kaum einen sozialversicherungspflichtigen Job. Zwar meldete die Bundesagentur für Arbeit am 25. Januar, dass die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen mit 29,2 Prozent so hoch wie nie sei. Das stimmt, ist aber bei genauerer Betrachtung bestenfalls die halbe Wahrheit. Das ergibt sich aus den Daten, die Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, bei der Bundesregierung und bei der Deutschen Rentenversicherung Bund erbeten hat.

Die Ergebnisse in Kürze:

  • Die Beschäftigungsquote der 64-Jährigen ist gesunken: Von 14,4 Prozent im Juni 2011 auf 14,2 Prozent im Juni 2012.
  • Die Arbeitslosenquote der 60- bis 64-Jährigen ist wieder gestiegen und betrug im Dezember 2012 8,3 Prozent.
  • 71,5 Prozent der Glasmacher und Keramiker, die 2011 in eine Altersrente gingen, mussten Rentenkürzungen durch Abschläge in Kauf nehmen. Bei den Chemiearbeiterinnen und -arbeitern waren 71,4 Prozent betroffen.
  • In fünf von 39 Berufsgruppen lag die Abschlagsquote bei 70 Prozent und darüber. Bei insgesamt 23 von 39 Berufsgruppen lag die Abschlagsquote 2011 bei 60 Prozent und darüber.
  • Gegenüber 2010 stieg die Anzahl der von Abschlägen betroffenen Neurentnerinnen und Neurentner um knapp 17.000 oder fünf Prozent auf 336.856 im Jahr 2011. Die durch-schnittliche Abschlagsquote bei diesen Altersrentenzugängen erhöhte sich von 47,5 Prozent auf 48,2 Prozent.

linksfraktion.de, 31. Januar 2013

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