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Nur wenige Langzeiterwerbslose finden einen neuen Job

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Von den Langzeiterwerbslosen, die im Jahr 2016 ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, war nur in rund jedem 8. Fall (12,2 Prozent) eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt der Grund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Der überwiegende Teil der Langzeiterwerbslosen wurde aus der Statistik gestrichen unter anderem aufgrund von Arbeitsunfähigkeit, Teilnahme an Maßnahmen, Ausscheiden aus dem Erwerbsleben oder Sonderregelungen, zum Beispiel vorruhestandsähnlichen Regelungen.

Für Erwerbslose hingegen, die weniger als 12 Monate arbeitslos waren, war im Jahr 2016 in fast jedem 3. Fall (30,6 Prozent) eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt der Grund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit (PDF) auf eine Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann zu den Abgangsgründen aus der Arbeitslosenstatistik hervor.

Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2016 993.073 Langzeiterwerbslose registriert. Damit war über jeder dritte Erwerbslose (36,9 Prozent) ein Jahr oder länger erwerbslos.

Die stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann, erklärt dazu:

„Langzeiterwerbslose finden nur selten einen neuen Job. Ihre Chancen sind deutlich schlechter als die von Kurzzeiterwerbslosen. Die Gründe, warum Langzeiterwerbslose nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, sind nur zu einem kleinen Teil auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zurück zu führen. Die Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeiterwerbslosen Menschen tun.“

Zimmermann weiter:

„Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik ist dringend notwendig. Es müssen ausreichend Gelder zur Unterstützung und für gute öffentlich geförderte Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden. Und es muss darüber nachgedacht werden, wie die Arbeitgeber stärker in die Pflicht genommen werden können, so dass sie nicht wie bislang häufig aus Vorurteilen Langzeiterwerbslose bei Stellenbesetzungen nicht berücksichtigen. Anstatt sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten die Arbeitgeber stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen und deren Potenzial nicht länger brach liegen lassen.“

 

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