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Motorradfahrende besser schützen – Unterfahrschutz muss Regel werden

Im Wortlaut von Thomas Lutze,

von Thomas Lutze, Sprecher für Wirtschaftspolitik der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Sie sollen bei Unfällen schützen - für Motorradfahrende werden sie aber selbst häufig zur tückischen Falle: Leitplanken. Gestürzte Motorradfahrende rutschen meist ungebremst unter der eigentlichen Leitplanke hindurch in die Stützpfosten. Nicht selten sind Amputationsverletzungen die Folge solcher Unfälle, die ohne Leitplankenpfosten glimpflich ausgegangen wären. 

Das Institut für Zweiradsicherheit in Essen (ifz) wertete die Unfallstatistiken aus: Auf Straßen mit Leitplanken werden 60 Prozent der Zweiradfahrenden, die von einer Straße abkommen, schwer verletzt oder getötet. Bei Straßen ohne Leitplanken sind es nur etwa 37 Prozent. 

Sogenannte Unterfahrschutzplanken beheben dieses Problem: Sollte der Motorradfahrende stürzen, kann er sich nicht mehr in den Pfosten verhaken und wird durch die zusätzlich angebrachten Planken geleitet. 

Die spanische Asociación Mutua Motera, Teil des Europäischen Dachverbandes der Motorradfahrer (FEMA) prüfte die Schutzvorrichtungen: Der effektivste Schutz für Motorradfahrende besteht in einem zweiteiligen Stahlschutzsystem.Betonschutzsysteme hingegen fangen schlechter Energie auf, weil sie sich nicht verformen können, sie sind weniger langlebig und schwieriger zu ersetzen. Betonschutzsysteme weisen bereits nach 8 bis 10 Jahren Risse auf und gewährleisten auch für andere Verkehrsteilnehmenden keine vollständige Sicherheit mehr.

Die Kosten für den Unterfahrschutz aus Stahl sind überschaubar. Eine typische deutsche Landstraßenkurve von 150m Länge lässt sich für wenige Tausend Euro umrüsten und kann so Menschenleben retten. Besonders beim Neubau oder einer Instandsetzung sind Unterfahrschutzplanken kostengünstig, da sie gleich bei Fertigung angebracht werden können. Diese Umrüstungsmaßnahmen wollen wir aus den Lkw-Mauteinnahmen finanzieren, die ohnehin zweckgebunden wieder in den Erhalt der Straßeninfrastruktur fließen sollen. Finanzschwache Kommunen und Kreise werden somit nicht zusätzlich belastet. 

Außerdem braucht es in einigen Fällen auch keine Erweiterung der bestehenden Leitplanken: Nicht jede Leitplanke ist überhaupt notwendig. Sofern Leitplanken keinen zusätzlichen Schutz für andere Verkehrsteilnehmende wie Autofahrende bieten, sollten sie abgebaut und durch Erdwälle ersetzt werden, so schlägt es auch der ADAC vor. 

Wir fordern daher mit einem Antrag im Bundestag die flächendeckende Anbringung von Unterfahrschutzplanken in gefährlichen Kurven auf Bundesautobahnen, Bundes-, Kreis- und Landstraßen. Für eine Vision Zero - die Verkehrssicherheit so zu verbessern, dass es im Straßenverkehr keine Unfälle mehr mit Todesfolge gibt. 


Antrag "Motorradfahrende besser schützen – Unterfahrschutz muss Regel werden"

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