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Mein Tag im Kindergarten

Nachricht von Jörn Wunderlich,

Jörn Wunderlich mit den Kleinen am Mittagstisch: Es gibt  Hackbraten mit Möhren, Kartoffeln und Soße.
 

Ich durfte mich um 8.30 Uhr zum Dienst melden und wurde gleich in der Krippengruppe (10 Kinder U3) eingesetzt. Zur Begrüßung hatte ich ein Vorlesebuch und drei Fußbälle mitgebracht. Zunächst war Spielen mit den Kleinsten angesagt. Es wurden mit Holzbauklötzen Häuser, eine Straße mit Brücke und eine Feuerwache gebaut, die zwar dauernd irgendwelchen Erdbeben zum Opfer fielen, aber fleißig immer wieder aufgebaut wurden. Parallel dazu musste dann noch eine Eisenbahn (Plastikschienen und Holzbahn) aufgebaut werden. Dann fuhren schließlich drei Züge und zwei Löschfahrzeuge dauernd herum, transportierten Holzklötze und löschten Brände. 

Zum Frühstück wurden dann die Holzklötze auf Laster verladen und wieder in der Bauklotzkiste abgekippt. Die Schienen und Eisenbahn kamen wieder in die dazugehörige Kiste, dann ging es ab zum Händewaschen und zum Frühstück mit Früchtetee und Mineralwasser. Danach sollte es eigentlich rausgehen, aber da es regnete und schneite wurden die Outdooraktionen  in die Turnhalle verlegt. Dort gab es zunächst rhythmische Spiele mit Trommel und Tamburin, dann Balancieren auf Sitzbänken und Slalomlaufen um Lübecker Hüte. Dann kam noch großes Austoben mit wildem Geschreie.   Dann wieder zurück in den Gruppenraum, etwas trinken, Basteln, mit Autos spielen, malen bis zum Mittagessen. Toilette, Hände waschen und dann an den Tisch. Essen gab es aus der hauseigenen Küche und wurde aus den Schüsseln an die Kinder verteilt. Danach Hände waschen und Mittagsschlaf. Also alle ausziehen, Schlafanzug an, Matratzen hervorholen, Bettzeug und dann Rollläden runter und Geschichte vorlesen. Das neue Buch (Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? – eine Hasengeschichte) bot sich dazu an. Dann war Schlafenszeit und die Erzieherin und ich hielten die "Nachtwache". Nach gut eineinhalb Stunden war dann die Ruhe vorbei, die meisten hatten geschlafen.    Toilette, anziehen, und dann puzzeln, malen und noch eine kleine Zwischenmahlzeit, wie die anderen auch immer mit Getränken, diesmal aber Kakao. In der Zwischenzeit war unsere Gruppe schon auf sieben Kinder geschmolzen, die ersten waren bereits von den Eltern abgeholt. So gegen 15.00 habe ich dann die Einrichtung verlassen, da ich noch am gleichen Tag wieder nach Berlin fahren musste.   Es war ein toller Tag mit den Kindern, der mir erneut bestätigte, wie schön, aber auch schwer und wichtig die Arbeit mit den Kleinsten unserer Gesellschaft ist. Es wird Zeit, diese Arbeit gesellschaftlich deutlich höher zu schätzen, als es bislang der Fall ist, und auch mehr Männer in diese Erziehungsarbeit zu integrieren, weil auch Männer als Bezugspersonen für unsere Kinder wichtig sind. Ich bin durch diesen Tag in meinen politischen Ansichten bestärkt und bestätigt worden.

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