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"Jobwunder" dank Billigjobs

Im Wortlaut von Sabine Zimmermann,

Von Sabine Zimmermann

Die Arbeitsmarkterfolge sind nicht das Ergebnis neuer Jobs, sondern der Aufsplittung von Arbeitsplätzen in kleine Teilzeit- und Minijobs. Für viele Beschäftigte und ehemalige Erwerbslose entpuppt sich das angebliche Jobwunder so als ein Alptraum. Sie finden nur noch Teilzeitstellen, müssen sich mit anderen einen Job teilen und können von ihrer Arbeit kaum leben. Zusammen mit der Leiharbeit ist so der Niedriglohnsektor gewachsen. Seit Beginn von Hartz IV stieg allein unter den Vollzeitbeschäftigten die Zahl der Niedriglöhner um 400.000 auf nun rund 4,5 Millionen. Mehr als jeder Fünfte arbeitet damit zu Niedriglöhnen.

Der Handlungsauftrag an die Politik ist klar: Schluss mit Hartz IV und dem Druck auf die Löhne. Wir brauchen endlich einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der vor Armut schützt. Leiharbeit muss bei gleicher Bezahlung strikt begrenzt, Minijobs abgeschafft werden. Nur so kann gute Arbeit und mehr Beschäftigung entstehen.

Und eines sollte nicht unerwähnt bleiben angesichts der aktuellen Arbeitsmarktstatistik: Der demographische Faktor hat den Arbeitsmarkt in den letzten fünf Jahren um 800.000 Menschen entlastet - ohne ein Handschlag von Politik und Wirtschaft. Denn so viele ältere Menschen mehr sind aus dem erwerbsfähigen Alter ausgeschieden als junge nachkamen. Mit Wunder hat dies nichts zu tun.

linksfraktion.de, 04.01.2011

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