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Jeder fünfte Riester-Vertrag ist ruhend gestellt

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Der Bestand an Riester-Altersvorsorgeverträgen belief sich Ende 2016 auf rund 16,5 Millionen. Davon ist nach Schätzungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht rund ein Fünftel ruhend gestellt (keine Beitragsleistung). Zur Zahl der stornierten Verträge können keine Angaben gemacht werden.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Die Riester-Rente ist gescheitert. Grundsätzlich hat nur knapp die Hälfte der Förderberechtigten überhaupt einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Viele, die einen Vertrag haben, können irgendwann die Beiträge nicht mehr aufbringen. Gerade Geringverdiener brauchen jeden Euro für das tägliche Überleben. Bei den laufenden Verträgen wird ein beträchtlicher Teil der Rendite durch hohe Abschluss- und Verwaltungsgebühren zunichte gemacht. Unter dem Strich war Riester mehr ein Konjunkturprogramm für die Versicherungswirtschaft als ein sinnvolles Instrument der Alterssicherung.“

Zimmermann weiter:

„Die gesetzliche Rente muss wieder gestärkt werden, unter anderem durch Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent, Abschaffung der Kürzungsfaktoren und der Rente erst ab 67 sowie die Einführung einer Solidarischen Mindestrente. Von ihr muss man leben können, ohne private Zusatzversicherung. Aber auch die Bedingungen am Arbeitsmarkt müssen dringend verbessert werden, um künftige Altersarmut zu verhindern. Prekäre Beschäftigung ist zurück zu drängen. Unter anderem muss der Mindestlohn auf 12 Euro die Stunde erhöht und systematische Niedriglohnbeschäftigung wie Leiharbeit abgeschafft werden.“