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Immer mehr Menschen im Rentenalter arbeiten weiter

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Immer mehr Menschen, die das Rentenalter erreicht haben, gehen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach. Gingen im Jahr 2003 bundesweit 532.701 über 65-Jährige einem Minijob nach, waren es 2014  901.084. Die aktuellste verfügbare Angabe stammt von März 2015 mit 903.627. Im Vergleich zu März 2014 ist deren Anzahl sogar um 2,8 Prozent gestiegen, während die Anzahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten insgesamt um 1,4 Prozent zurück gegangen ist.

Die Branche, in denen über 65-Jährige Minijobberinnen und Minijobber am häufigsten anzutreffen sind, ist mit 153.755 im Jahr 2014 der Handel, hier insbesondere Einzelhandel mit 84.727. Aber auch im Verarbeitenden Gewerbe sind mit 107.532 viele minijobbende über 65-Jährige tätig. 
Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Zur Zunahme der geringfügig entlohnten Beschäftigten, die 65 Jahre und älter sind, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE:

„Der weitaus überwiegende Teil der älteren Menschen dürfte nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter arbeiten, sondern aus finanzieller Not. Als ein deutlicher Hinweis darauf kann gelten, dass ein Schwerpunkt bei den Minijobs im Einzelhandel liegt, der nicht gerade bekannt für die angenehmsten Arbeitsbedingungen und das attraktivste Lohnniveau ist. Anstatt ihren Ruhestand zu genießen, arbeiten ältere Menschen zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, um der Armut zu entfliehen. Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden. Die gesetzliche Rente muss wieder existenzsichernd werden, von ihr muss man leben können.“

Sabine Zimmermann weiter:
„Es ist endlich an der Zeit, dass die Bundesregierung die sich ausbreitende Altersarmut wirklich versucht einzudämmen. Um dies zu erreichen, muss unter anderem das Rentenniveau wieder angehoben werden, auf mindestens 53 Prozent, zudem müssen die Kürzungsfaktoren und die Rente erst ab 67 abgeschafft werden. Um einen Mindeststandard in der gesetzlichen Rente zu garantieren fordern wir die Einführung einer Solidarischen Mindestrente. Aber auch dem ausufernden Niedriglohnsektor muss ein Riegel vorgeschoben werden. Der Mindestlohn ist nicht ausreichend, damit Arbeit und auch die Renten wieder existenzsichernd werden. Dafür gibt es zu viele Ausnahmen und mit 8,50 Euro ist der Mindestlohn einfach zu gering bemessen.“

linksfraktion.de, 19. Oktober 2015     

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