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IAB widerlegt Behauptungen der Regierung zum Armuts- und Reichtumsbericht

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Am Montag hat im Bundestag eine Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales zum Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung stattgefunden. In seiner Stellungnahme widerspricht das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) der Behauptung der Regierung, die Lohnungleichheit in Deutschland hätte abgenommen. Danach sind von 2005 bis 2010 allein bei den Vollzeitbeschäftigten die Löhne des unteren Zehntels um sechs Prozent gesunken, beim oberen Zehntel dagegen gestiegen.

Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. erklärt: "Das Arbeitsmarktinstitut der eigenen Bundesbehörde hat die Regierung der Lüge überführt. Es muss Schluss sein mit Schönfärberei und Trickserei der Arbeitsministerien von der Leyen. Die Zahlen des IAB bestätigen den Eindruck vieler Menschen, dass der Niedriglohnsektor wächst und die Ungleichheit zunimmt. Wir brauchen endlich einen gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro und Gesetze gegen prekäre Beschäftigung, die oft mit einem Niedriglohn verbunden ist."

In ihrem Entschließungsantrag zum Armuts- und Reichtumsbericht sprechen die Koalitionsfraktionen von einer "positiven Entwicklung". Danach sei die "Ungleichheit bei der Einkommensverteilung in den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig", der Niedriglohnbereich hätte nicht "zugenommen, sondern schwächte sich zuletzt eher ab".

Das IAB verweist dagegen auf eigene Berechnungen und "dass die inflationsbereinigten Verdienste Vollzeitbeschäftigter von 2005 bis 2010 für die unteren zehn Prozent der Entgeltverteilung um sechs Prozent gesunken sind, während sie für die oberen zehn Prozent der Verteilung um rund ein Prozent zugenommen haben. Der Abstand zwischen den oberen und den unteren Entgeltgruppen hat demnach zugenommen".  Es merkt in seiner Stellungnahme explizit an: "Diese Ergebnisse unterscheiden sich von den Ergebnissen des Armuts- und Reichtumsberichts, die auf eine Verringerung der Ungleichheit zwischen 2005 und 2010 hindeuten."

linksfraktion.de, 3. Juni 2013

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