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Für eine soziale Öffnung der Hochschulen!

Im Wortlaut von Nicole Gohlke,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Nicole Gohlke (2.v.r.) im Gespräch

 

Am 25. Juli besuchte ich mit anderen Abgeordneten die Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund. Anlass für das Treffen mit dem Präsidenten und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war das derzeitige Zulassungschaos an den Hochschulen. Jahr für Jahr bleiben rund 18.000 Studienplätze unbesetzt.   Obwohl sich die Situation in den kommenden Jahren verschärfen wird, sind die Maßnahmen der Bundesregierung ungenügend. Schließlich wollen von 2011 bis 2015 bis zu 500.000 junge Menschen aus geburtenstarken Jahrgängen und infolge des Aussetzens der Wehrpflicht sowie doppelter Abiturjahrgänge zusätzlich studieren.   Derzeit sind mehr als die Hälfte aller grundständigen Studiengänge zulassungsbeschränkt. Die Studieninteressierten müssen sich aufwendig bei mehreren Hochschulen bewerben (hohe Kosten und Aufwand), die alle - aufgrund des von Bund und Ländern gestärkten Selbstauswahlrechts der Hochschulen - eigene Zulassungskriterien haben. So erhielten viele von mehreren Hochschulen eine Zusage, konnten aber nur einen Platz tatsächlich annehmen. So kam es zu aufwendigen Nachrückverfahren, hohen Kosten und viel zu spät informieren StudienanfängerInnen. Der Ansatz, dass die Hochschulen selbst die aus ihrer Sicht besten Studieninteressierten auswählen sollen, muss eigentlich als gescheitert betrachtet werden - hier gehören endlich wieder die BewerberInnen und ihre Interessen in den Fokus genommen!   Trotzdem beauftragte die Bundesregierung die Stiftung für Hochschulzulassung damit ein Online-System zu erarbeiten, um dem BewerberInnenansturm zu begegnen. Eigentlich sollte das "Dialogorientierte Serviceverfahren" - kurz DoSV - bereits zum 1. April 2011 seine Arbeit aufnehmen. Daraus wurde nichts. Der Start musste aufgrund technischer Probleme um mindestens ein Jahr verschoben werden und steht damit ausgerechnet dann nicht zur Verfügung, wenn der BewerberInnenansturm am größten ist.
  Ich habe im Gespräch deutlich gemacht, dass das Recht auf Zulassung mit der Schaffung ausreichender Studienplätze steht und fällt. Während derzeit immer mehr Menschen eines Jahrganges studieren möchten, stehen nicht ausreichend Studienplätze zur Verfügung. Zudem müssen die technischen Probleme schnellstmöglich behoben werden. Bund und Länder werden aber nicht darum herumkommen, hierfür auch zusätzliche Mittel bereitzustellen. DIE LINKE will zudem ein bundesweites Hochschulzulassungsgesetz, um die chaotischen Zustände an den Hochschulen zu beenden. Nur so können die Hochschulen sozial geöffnet werden.
Von Nicole Gohlke

linksfraktion.de, 25. Juli 2011

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