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Bundeswehrtraditionspflege bleibt ein Problem

Im Wortlaut von Jan Korte,

Aus der vor einigen Wochen groß angekündigten Reform der Traditionspflege bei der Bundeswehr ist noch nicht viel geworden. Das zeigt zumindest die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage "NS- und Wehrmachtstradition und Symbolik bei der Bundeswehr" (PDF).

Die bisherige Bilanz der letzten Bundesregierungen in punkto Kasernenumbenennungen war ohne Frage mehr als dürftig, aber auch die aktuellen Ankündigungen offenbaren eher eine anhaltende Halbherzigkeit als eine tatsächliche Abkehr von der bisherigen unseligen Traditionspflege. Wer an Rommel als Namensgeber und Traditionsstifter festhält und ihn sogar zum Widerständler und Opfer des Nationalsozialismus erklärt, scheut nicht nur jegliche ernsthafte Auseinandersetzung mit den fortwirkenden Traditionslinien des deutschen Militarismus, sondern verhöhnt auch die Millionen von Opfern des deutschen Vernichtungskrieges.

Sämtliche Ankündigungen bleiben nicht viel mehr als heiße Luft, solange die Verteidigungsministerin nicht Schluss mit jeglichem positiven NS- und Wehrmachtsbezug mach. Passend dazu hat Bundesverteidigungsministerin von der Leyen nun offenbar Weisung gegeben, ihre (durchaus kritischen) Reden zur Traditionspflege in der Bundeswehr von der Homepage des Ministeriums zu löschen.

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