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Berufliche Qualifikation bleibt wesentlich

Nachricht von Sabine Zimmermann,


Der Rückgang der Arbeitslosigkeit kommt seit 2012 vor allem Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung zugute. Die Zahl der von der Bundesagentur für Arbeit registrierten Erwerbslosen mit Berufsausbildung ist seitdem bis August 2016 um 185.262 oder 14,2 Prozent auf 1.121.899 gesunken. Die Zahl der Erwerbslosen ohne Berufsqualifikation dahingegen hatte von 2012 bis 2015 sogar um 78.375 Personen oder 6,4 Prozent auf 1.293.851 zugenommen. Erst im laufenden Jahr ist hier ein verhaltener Rückgang um 48.297 oder 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt zu verzeichnen. Die Zahl der Erwerbslosen ohne Berufsabschluss lag im August 2016 allerdings um 30.078 Personen oder 2,5 Prozent über dem Jahresdurchschnitt 2012.

Menschen ohne Berufsabschluss bilden weiterhin die größte Einzelgruppe sowohl unter den Erwerbslosen (46,4%) als auch unter den Arbeitsuchenden (45,8%).

Insgesamt förderten Arbeitsagenturen und Jobcenter begannen im Jahr 2015 48.671 Erwerbslose bei der Aufnahme einer Weiterbildungsmaßnahme, die zu einem Berufsabschluss führen sollte; im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es 10.501 Personen.

Seit 2011 bewegt sich der bundesweite Anteil der zu besetzenden Stellen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen, recht konstant bei rund zwei Drittel (2015: 65 Prozent), während im selben Zeitraum bundesweit ebenso konstant nur für jede fünfte Stelle eine berufliche Qualifikation nachzuweisen war.

Dies geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die die LINKE Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann angefordert und ausgewertet hat.

Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag:

"Eine Berufsausbildung ist eine wesentliche Bedingung für einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Unternehmen suchen in der Mehrzahl ausgebildete Fachkräfte. Menschen ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung haben einen sehr viel schwereren Stand auf dem Arbeitsmarkt, so dass der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre droht, an ihnen vorbeizugehen."

Zimmermann weiter: "Die Probleme der Ungelernten sind anlässlich des beginnenden Ausbildungsjahrs ein dringender Appell an die Unternehmen, mehr in Ausbildung zu investieren. Nur jeder fünfte Betrieb bildet überhaupt noch aus. Die Förderung Erwerbsloser und Arbeitsuchender beim Erwerb von Berufsabschlüssen bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück, sie muss deutlich aufgestockt werden. Qualifizierungsmaßnahmen können aber nicht alle Probleme lösen, zumal die Zahl der offenen Stellen insgesamt nicht ausreicht und regional sehr unterschiedlich verteilt ist. Deshalb brauchen wir einen öffentlichen Beschäftigungssektor."

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