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Atombomben abziehen und verschrotten

Im Wortlaut von Paul Schäfer,

Paul Schäfer demonstriert vor dem Atomwaffenlager in Büchel/Eifel. Er will keine Ruhe geben, "ehe nicht die letzte A-Bombe aus der beschaulichen Eifel abgezogen ist".

 

Von Paul Schäfer

Noch immer sind in Büchel US-Atomwaffen stationiert. Die Ankündigung von Außenminister Westerwelle 2009, sich für einen Abzug dieser Atomwaffen einzusetzen entpuppte sich, wie zu erwarten war, als Luftnummer. Nun werden die in Büchel gelagerten Atomsprengköpfe sogar von den USA modernisiert.

Aus diesem Grund bin ich am letzten Wochenende gemeinsam mit 700 anderen Menschen nach Büchel gegangen, um die Zufahrten zu dem Atomwaffenlager zu blockieren. Aufgerufen hatte das breite Bündnis "atomwaffenfrei.jetzt". Petrus meinte es auf jeden Fall gut mit den Friedensaktivistinnen und –aktivisten, die vom 11. bis 12. August das Atomwaffenlager in Büchel/Eifel blockierten. Auch der Verfasser dieser Zeilen bekam ordentlich Sonne ab. Die Stimmung unter den Teilnehmern war sommerlich-fröhlich und friedlich (wie zu erwarten) und vor allem zuversichtlich, dass man den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland erreichen kann. Viele alte Bekannte trafen sich, solche, die schon in Mutlangen gegen Atomraketen protestiert hatten, solche, die sich Jahr für Jahr unerschütterlich in Büchel versammeln und Aktive aus örtlichen Friedensgruppen von Bremen bis München. Beeindruckend das Eröffnungskonzert der „Friedenslaute“ – ein Kreis von Musikanten, der sich bundesweit speziell für dieses Konzert zusammengefunden hat – mit dem noch einmal eindringlich an Hiroshima und Nagasaki erinnert wurde. Auch ansonsten wurde viel musiziert - und diskutiert, auch mit der zahlreich erschienenen Schar von PolizistInnen, während die Bundeswehr sich in ihren Fliegerhorst eingeigelt hatte.

Die mehreren Hundert haben einmal mehr klar gemacht: „Wir werden keine Ruhe geben, ehe nicht die letzte A-Bombe aus der beschaulichen Eifel abgezogen worden ist.“ Dass der US-Präsident Obama im Juni in Berlin noch einmal seine Vision einer Welt ohne Atomwaffen bekräftigte, wurde zwar als Mutmacher aufgegriffen, die DemonstrantInnen waren sich aber darin völlig einig, dass dieses Ziel nur durch Druck von unten erreicht werden wird. Zu deutlich ist der Widerspruch: auf der einen Seite die hehren Ankündigungen und Versprechen (auch der Bundesregierung), auf der anderen Seite die NATO, die auf ihrem Gipfel in Chicago 2012 sich einmal mehr zur nuklearen Abschreckung bekannt hat oder die US-Regierung, die die hier lagernden Atomsprengköpfe bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts modernisieren will. Der öffentliche Druck auf die kommenden Bundesregierungen wird daher erheblich verstärkt werden müssen, sich dieser Modernisierung zu widersetzen, sich NATO-Kommuniqués über die atomare Abschreckung zu verweigern und im Bündnis beziehungsweise bilateral auf den Abzug und die Verschrottung dieser Atombomben zu drängen. Niemand braucht diese taktischen Atomwaffen. Im Gegenteil, sie gefährden unsere Sicherheit. Daher müssen diese barbarischen Kriegsinstrumente verschwinden.
 

linksfraktion.de, 15. August 2013

 

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