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Appetit auf kulturvollere Veranstaltungen geweckt

Im Wortlaut von Diether Dehm,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis - oder, wie der europapolitische Sprecher der Fraktion, Diether Dehm, aus dem Arbeitsurlaub.

Diether Dehm bei der »Rifondazione Comunista« in Saronno

Mit der »Rifondazione Comunista« von Varese in der Gegend meines Urlaubsortes hatte ich mich zu einem politischen Treffen verabredet. Also haben wir in Saronno, am 30. Juli, gemeinsam mit dem Chef der Rifondazione Comunista, Paolo Ferrero, dem örtlichen Kreissekretär und dem CGIL-Funktionär, Giovanni Martina, eine Veranstaltung mit gut hundert Leuten zur Wirtschaftskrise und den Vorstellungen der Linken in Europa gehabt. Dort konnte ich mit meinem Pianisten, Michael Letz, auch Lieder von Bertolt Brecht (übersetzt ins Italienische) singen und Pablo Ardouin aus Chile - auch zum musikalischen Arbeitsurlaub an meinem Urlaubsort - hat chilenische Lieder vorgetragen. Somit haben wir - zum großen Vergnügen der Anwesenden - eine neuartige, kulturvolle Veranstaltungsform, die es so seit geraumer Zeit bei der Rifondazione im Bereich Varese nicht gegeben hatte, eingeführt und möglicherweise auch den Appetit auf kulturvollere Veranstaltungen durch die Möglichkeit des Kunstgenusses weiter angeregt.

In der politischen Diskussion waren meine Kernthesen folgende:
 

  • Die Rechte baut den Nationalstaat ab, indem sie den Sozialstaat ruiniert. Von links kommt die Idee der Reform eines starken, weil freundlichen Staates.
  • Die Nord-Süd-Problematik, die die Demagogie Bossis bedient, kann nur aufgelöst werden, indem wir Linken sehr deutlich gegen das „Herkunftslandsprinzip“ der EU vorgehen, mit dem Billiglohnarbeit in die zentraleuropäischen Länder gebracht wird, um das dortige Lohnniveau zu senken. Dieses Problem ist ein viel drastischeres als das von Bossi demagogisch ins Feld geführte Problem des Südens.
  • Die Unterschätzung des Neoliberalismus der EU durch die Linke hingegen öffnet der Rechten neue Spielräume, unter Verweis auf sogenannte „hausgemachte Probleme“ gegen die Gewerkschaften vorzugehen.


Es war ein sehr interessanter Tag für uns alle - und ich gebe gern von meinen guten Eindrücken aus meinem Arbeitsurlaub in Italien während der deutschen »parlamentarischen Sommerpause« und von meiner erfahrenen Ermutigung ab.

Von Diether Dehm

linksfraktion.de, 5. August 2010

Zur Übersichtsseite der Reihe Sommer im Wahlkreis

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