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2. Queer-Empfang

Nachricht von Barbara Höll,

Zum zweiten Mal laden die LINKE-Fraktionen aus Bundestag und Berliner Abgeordnetenhauszum Queer-Empfang in das Berliner SchwuZ. Nach dem fulminantem Start im vergangenen Jahr mit etwa 150 Gästen begrüßen auch 2011 wieder die lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Barbara Höll, und der rechtspolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion, Klaus Lederer, die politischen AktivistInnen, MedienmacherInnen, KünstlerInnen und Interessierte zum gemeinsamen Austausch und zur Diskussion über zukünftige Reformvorhaben.

Als Ehrengäste begrüßen wir an diesem Abend Ellen Schernikau und Thomas Keck - die Mutter und den Lebenspartner des vor 20 Jahren verstorbenen Literaten Ronald M. Schernikau. Schernikau gehörte zu den wohl schillerndsten Gestalten der deutsch-deutschen Literaturlandschaft. Geboren in Magdeburg, wuchs er nach der gemeinsamen Flucht seiner Mutter im Kofferraum eines Diplomatenfahrzeugs in Lehrte bei Hannover auf. Vor seinem Abitur verfasste er den viel beachteten schwulen Coming-Out-Roman »Kleinstadtnovelle«. Er war Teil der Westberliner Alternativkultur, studierte in Leipzig Literatur und wurde im Oktober 1989 Staatsbürger der DDR. 1991 starb er an den Folgen einer HIV-Infektion. Einige seiner Theateraufführungen feierten ihre Premiere im SchwuZ, dass sich damals noch in der Kulmer Straße in Schöneberg befand. Das SchwuZ ist eine Berliner Szenelokalität, gegründet von der sozialistisch orientierten Homosexuellen Aktion Westberlin, es wollte eine Alternative zum kommerziellen schwulen Mainstream bieten. Auch heute bietet es in den Kreuzberger Kellerräumen einen Platz für alternative Gegenkonzepte.

Gregor Gysi wird im SchwuZ die Ehrengäste zum langsam wiederentdeckten schwulen Romantiker Ronald M. Schernikau befragen. 20 Jahre nach dessen Tod ist es an der Zeit, das literarische Werk des schwulen sozialistischen Außenseiters wieder stärker zu beleuchten. Barbara Höll wird darüber berichten, wie die Bundesregierung in der Gleichstellungspolitik auf der Stelle tritt und nur das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung zu einem Abbau von Diskriminierungen bewogen hat. Klaus Lederer schaut auf die zweite Legislaturperiode des rot-roten Senats zurück und wird die Umsetzung der bundesweit einmaligen Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und sexuelle Vielfalt" erläutern.

Die Bundestags- und die Berliner Abgeordnetenhausfraktion freuen sich auf einen ungezwungenen Gedankenaustausch und zahlreiche Anregungen zur Verzahnung von parlamentarischer Arbeit, außerparlamentarischem Engagement und kultureller Kreativität.

Das Motto des Abends ist einem Ausspruch der Künstlerin Madonna entnommen: "Jeder denkt, ich sei total verrückt auf Sex. In Wahrheit lese ich lieber ein Buch." Betroffene und Interessierte sind recht herzlich eingeladen: 16.März 19 Uhr SchwuZ, Mehringdamm 61, Berlin-Kreuzberg.

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