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Saisonbeschäftigte

Themenpapiere der Fraktion

Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa gelten für den Anbau und die Ernte von saisonalen Gemüse- und Obstkulturen, z. B. Spargel oder Erdbeeren, in Deutschland als unverzichtbar. Doch sie werden vielfach unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, Arbeitnehmerrechte werden ihnen häufig vorenthalten.

Statt die Marktmachtasymmetrie zwischen Erzeugern und Verarbeitungs- bzw. Vermarktungskonzernen konsequent zu korrigieren, ermöglicht und befördert die Bundesregierung eine konzernfreundliche Gesetzgebung durch sozial ungesicherte Arbeitsverhältnisse. So ist Saisonarbeit als „kurzfristige Beschäftigung“ für die deutschen Arbeitgeber sozialabgabenfrei. Voraussetzung dafür ist, dass diese durch den Arbeitnehmenden nicht berufsmäßig ausgeübt wird und nur eine wirtschaftlich untergeordnete Einkommensquelle ist. Überprüft wird das jedoch kaum und die Vermutung liegt nahe, dass die Saisonarbeit in den meisten Fällen zur Haupteinnahmequelle geworden ist. Aus der Ausnahmeregelung, die ursprünglich nur für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gedacht war, wird so der Regelfall sozial ungesicherter Arbeitsverhältnisse. In der Folge haben viele ausländische Saisonarbeitskräfte keinen oder keinen umfassenden Kranken-versicherungsschutz das ist in höchstem Maße unverantwortlich. Und auch nach langjährigem Einsatz auf deutschen Feldern bauen sie so keine Rentenansprüche auf.

Die Fraktion DIE LINKE fordert:

  • Saisonarbeitskräfte müssen unabhängig von der Beschäftigungsdauer ab dem ersten Einsatztag der vollen Sozialversicherungspflicht unterliegen;
  • die Arbeitszeit ist tagesaktuell, elektronisch und manipulationssicher aufzuzeichnen;
  • in Absprache mit den Bundesländern müssen mehr und Kontrollen der Arbeits-, Unterbringungs- und Entlohnungsbedingungen durchgeführt und eklatante Verstöße wirksam und abschreckend sanktioniert werden;
  • staatliche Stellen die Erntehelferinnen und -helfer sind bei Einreise in der Heimatsprache über deren Rechte und die Info-Hotline des Projekts Faire Mobilität zu informieren
  • Gewerkschaften sowie deren Beratungsstellen erhalten ungehindert Zutritt zu den Betrieben und den Unterbringungseinrichtungen, um Beschäftigte beraten und über ihre Rechte informieren zu können;
  • für die private Arbeitsvermittlung von Arbeitskräften nach Deutschland mit Sitz im In- und Ausland sollen verbindliche Qualitätsstandards und ein Zertifizierungssystem entwickelt werden.

Weiterführende Informationen zum Thema wie Parlamentarische Initiativen, Reden, Publikationen oder Pressemitteilungen finden Sie über unsere Suche sowie in unserem Themendossier Gute Arbeit.

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