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Niedriglöhne

Themenpapiere der Fraktion

Fast jede und jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss heute zu einem Niedriglohn von unter 9,15 Euro pro Stunde arbeiten. Das sind knapp acht Millionen Menschen. Sie sind arm trotz Arbeit.

Niedrig entlohnte Arbeit hat rasant zugenommen: Im Jahr 1995 war „nur“ jede und jeder sechste Beschäftigte zu einem Niedriglohn beschäftigt, heute ist es jeder vierte.

Besonders häufig müssen sich Frauen mit einem Niedriglohn begnügen. 70 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten sind weiblich. Mehr als 80 Prozent der Minijobber und Minijobberinnen bekommen nur einen geringen Stundenlohn. Bei den Leiharbeitskräften sind es ebenfalls über 70 Prozent. Auch Qualifikation schützt kaum noch vor niedrigen Löhnen. Drei von vier Niedriglohnbeschäftigten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen Hochschulabschluss.

Die Bundesregierungen unter Schröder und Merkel haben Lohndumping und die Ausbreitung ungesicherter, schlecht entlohnter Beschäftigung gefördert, insbesondere dadurch, dass sie Mini-/Midi-Jobs und Leiharbeit gefördert haben. Mit den Hartz-Gesetzen der Allparteienkoalition aus SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP in Bundestag und Bundesrat wurde der Druck auf Erwerbslose und Beschäftigte erhöht, auch schlecht bezahlte Arbeit zu akzeptieren. In der Folge ist die Lohnquote gesunken, während die Gewinne gestiegen sind.

Die Fraktion DIE LINKE fordert einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro pro Stunde. Dieser Mindestlohn muss Jahr für Jahr mindestens in dem Maße wachsen, wie die Lebenshaltungskosten steigen. Wer arbeitet, muss von seinem Lohn auch leben können. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse zugunsten Existenz sichernder, sozialversicherungspflichtiger Arbeit abgebaut werden. Dafür müssen Minijobs, Leiharbeit und Befristungen zurückgedrängt oder abgeschafft werden. Um den Druck auf Erwerbslose zu reduzieren, ist zweierlei notwendig: eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes I sowie eine Existenz sichernde und sanktionsfreie soziale Mindestsicherung.