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Ausbildung

Themenpapiere der Fraktion

 

Auf dem Ausbildungsmarkt suchen jährlich zehntausende Schulabgängerinnen und -abgänger bzw. Ausbildungsinteressierte vergeblich nach einem Ausbildungsplatz. Noch nicht einmal jedes vierte Unternehmen bildet aus. Dieser Mangel an (betrieblichen) Ausbildungsplätzen hat dazu geführt, dass jährlich hunderttausende junge Menschen in Warteschleifen des sogenannten Übergangssystems landen und mittlerweile 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Die berufliche Perspektive dieser jungen Menschen ist schlecht. Die schwarz-gelbe Koalition fragt deshalb erst gar nicht nach der Qualität der Ausbildung. Dabei müsste sie auch hier dringend handeln. Viele Auszubildende werden als billige Arbeitskräfte missbraucht, die fachliche Anleitung ist mangelhaft und Ausbildungspläne werden nicht eingehalten. Die Vergütung der Ausbildung reicht in einigen Branchen nicht einmal für den Lebensunterhalt, viele schulische Ausbildungen kosten sogar Gebühren. Davon sind insbesondere Frauen betroffen, etwa in den Berufen des Gesundheitswesens. Junge Migrantinnen und Migranten haben trotz gleicher Qualifikationen geringere Chancen auf eine Ausbildung.

Doch die Bundesregierung weigert sich beharrlich, die Unternehmen per Gesetz zur Ausbildung zu verpflichten. Stattdessen hält sie an dem mit den Arbeitgebern geschlossenen Ausbildungspakt fest. Damit setzt sie lediglich auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft und macht Ausbildungsplätze konjunkturabhängig. Die Leidtragenden sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die Notprogramme, mit denen die Bundesregierung reagiert, werden allzu oft zu Abstellgleisen für benachteiligte Jugendliche, einen Weg in Ausbildung eröffnen sie nur selten. Die Qualität der Ausbildung kommt immer mehr unter die Räder. Schmalspurausbildungen nehmen zu. Sie sind aber keine Lösung, sondern führen vielfach direkt in den Niedriglohnsektor und verschärfen die Arbeits- und Lebenssituation vieler junger Menschen.

Die Berufswahl prägt den Lebensweg wie kaum eine andere Entscheidung. Die Politik muss deshalb die Voraussetzungen dafür schaffen, dass junge Menschen ihre Berufswünsche auch verwirklichen können. Statt wirkungsloser Versprechen bedarf es endlich bindender Gesetze. Die Fraktion DIE LINKE tritt gemeinsam mit den Gewerkschaften für eine Ausbildungsplatzumlage ein. Alle Betriebe, die sich nicht an der Ausbildung junger Menschen beteiligen, sollen in einen Fonds einzahlen. Wer ausbildet, wird hieraus unterstützt. Die Fraktion DIE LINKE kämpft für das Recht aller Jugendlichen auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Sie möchte den Anteil von Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen in der dualen Berufsausbildung steigern. Wir treten ein für einen besseren Jugendarbeitsschutz und für mehr Mitbestimmung in den Betrieben und Berufsschulen sowie in über- und außerbetrieblichen Ausbildungsstätten. Damit alle Auszubildenden ein eigenständiges Leben führen können, sind höhere Ausbildungsvergütungen und eine bessere Ausbildungsförderung notwendig.

 

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