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UN-Naturschutzkonferenz mit magerer Bilanz

Pressemitteilung von Lutz Heilmann,

"Das war nicht der notwendige Durchbruch für einen weltweiten Naturschutz. Entgegen der Jubelarien vom Umweltminister Gabriel gibt es heute nicht viel zu feiern, denn bei den zentralen Fragen gibt es keine verbindlichen Vereinbarungen", so Lutz Heilmann zum Abschluss der UN-Naturschutzkonferenz. Der naturschutzpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter:

„Der Schutz vor Biopiraterie, der illegalen Aneignung genetischer Ressourcen durch westliche Konzerne, ist auf 2010 vertagt. Hinsichtlich der bereits 2004 von der CBD an ihre ABS-Arbeitsgruppen erteilten Mandate ein internationales ABS-Regime auszuarbeiten und zu verhandeln ist jetzt, vier Jahre später, nichts passiert. Die Verzögerungstaktik der Industriestaaten ist ein Trauerspiel für den Schutz der Artenvielfalt. Vor allem die wichtigste Frage der Verbindlichkeit der Vereinbarungen, ist nicht geklärt. Das gleiche gilt für das Problem Agrosprit, das ebenfalls vertagt wurde. In zwei Jahren werden erhebliche Regenwaldgebiete dem Anbau von Palmöl und anderen Rohstoffen zum Opfer fallen. Da kommt auf den Umweltminister, der bis zur nächsten Konferenz 2010 den Vorsitz hat, noch sehr viel Arbeit zu.

Beim dringend nötigen Schutz der letzten intakten Urwälder und anderer wertvoller Naturräume ist auch nichts passiert. Statt auf die Verpflichtung der Staaten zu drängen, endlich Schutzgebietsnetze einzurichten, unterläuft die Bundesregierung dies mit ihrer rein freiwilligen LifeWeb-Initiative. Selbst deren Erfolg steht auf wackligen Beinen, da die Gelder fehlen. Die zugesagten deutschen Millionen reichen bei weitem nicht zur Rettung der Artenvielfalt aus. Sie liegen deutlich unter den von Umweltverbänden geforderten zwei Milliarden pro Jahr. Insgesamt bräuchte man jährlich 30 Milliarden Euro, um die letzten unberührten Gebiete vor Kettensägen und Brandrodung zu retten."

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