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Türkeibesuch des Papstes ist ein ermutigendes Signal für den Dialog der Religionen

Pressemitteilung von Hakki Keskin,

Zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in der Türkei erklärt Hakki Keskin, Beauftragter der Fraktion DIE LINKE. für die Erweiterung der EU und langjähriger Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland:

Bei seinem mehrtägigen Türkeibesuch kommt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI. mit hochrangigen politischen und geistlichen Persönlichkeiten des Landes zusammen.

In seinem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan betonte der Pontifex die Bedeutung des Dialogs der monotheistischen Weltreligionen. Zugleich befürwortete er eine Annäherung der Türkei an Europa mit dem Ziel der EU-Mitgliedschaft.

Diese Kehrtwendung des Papstes ist sehr erfreulich. Sie kommt überraschend, weil er als früherer Kardinal Joseph Ratzinger noch zu den schärfsten Kritikern eines EU-Beitritts der Türkei zählte. Es ist daher zu würdigen, wenn auch der Papst die Bedeutung der Türkei als Brücke zwischen Europa und Asien beim friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen anerkennt.

Die Einladung zum offenen Dialog entspricht zweifellos den Wünschen der meisten Christen und Muslime in aller Welt. Zugleich werden religiös motivierte Einwände gegen einen EU-Beitritt der Türkei, wie diese gern von Konservativen wie Edmund Stoiber (CSU) vorgebracht werden, künftig ohne den Papst als moralische Instanz auskommen müssen. Dies ist ausdrücklich zu begrüßen.

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